Kongopost

Kongopost 107

Ist Gott nicht wundersam?

Seit 2002 basteln Richard und ich zusammen, um den Diakoniegedanken bis ins letzte Urwalddorf zu bringen. Singen und Beten klappt da ja überall, die Idee mit der praktischen Nächstenliebe war aber neu. Richard hatte null Ahnung und ich schon mal gar keine. Ich schicke ja Geld, wichtig ist aber, dass das auch mal selbständig, ohne Deutschland, weiterläuft. So kann Richard schon längst selbst für sein Gehalt sorgen. Jetzt kam sein Brief, der zeigt, wie weit wir so sind, und wo Richard und ich 100 % auf einer Wellenlänge sind.  Gruß, Peter.

Vorgestern bin ich, Richard, aus dem Dorf Mpelenge zurückgekommen. Hier das Abschiedsfoto vor der Schule. In der Einsamkeit freuen sich alle, wenn da mal jemand zu Besuch kommt. Zwei Tage war ich da und habe gekuckt, wie es den Alten, Kranken, Behinderten und den Waisenkindern da so geht. Ja, Nächstenliebe ist da angekommen.

Aber heute fing hier die Konferenz der Superintendenten unserer Kirche an.
40 Minuten bekam ich, um unsere Diakoniearbeit neu vorzustellen und die Abrechnung über die schon früher erhaltenen Beiträge vorzuzeigen. Toll war, dass auch jetzt alle mit einem Beitrag für die Diakoniekasse gekommen waren. Manche konnten nur ganz wenig und andere doch schon Ansehnliches geben.
Ich bekam Freispruch, und alle waren echt zufrieden und versprachen weiterhin einen Beitrag zur Diakonie zu schicken.
Ich habe mich bedankt und erklärt, dass die Diakonie Jesu aber nichts mit Geld, sondern mit Herz zu tun hat. Geld zu geben ist eine Sache, wie aber in den Urwaldgemeinden Witwen, Waisen, Behinderten und kranken Alten geholfen wird, dass sie nicht nackt im Regen liegen und auch täglich etwas essen können, dazu braucht eine Gemeinde Jesu Liebe. Nachher habe ich noch viele praktische Beispiele aufgezeigt. Wenn Christen ein Herz wie Jesus haben, ist Diakonie einfach da. Geld brauchen wir nur bei Krankheit und so. Zu essen gibt es genug im Urwald.
Ich brauche aber auch Geld, denn meine Frau ist so krank, dass sie nach Kinshasa zum Arzt muss. Spontan gab mir ein Pastor 100 $ und andere machten Zusagen.
Ein Pastor hat auch mal gepredigt, dass wir Gott suchen und uns bessern sollen.

Da fiel mir doch plötzlich ein, dass ich Gott ja nie gesucht habe. Genau genommen hat er mich gesucht, aber nicht ich ihn. Du weißt, wie ich früher nur Blödsinn im Kopf hatte, obwohl ich Dirigent vom Kirchenchor war. Ich fiel langsam immer mehr in so fiese Sünden, bis ich mich vor meiner Frau und den Kindern schämen musste. Ich war sozusagen fertig. Genau da ist Gott gekommen, nahm mich ganz leise an der Hand und fing, an mich zu führen, bis ich jetzt, mit dir zusammen, hier schon 18 Jahre lang Christen berede, Jesu Liebe nicht nur zu singen und zu sagen, sondern auch zu tun.
Ist Gott nicht wundersam? Der will doch ausgerechnet, dass ich, wo ich nur in der Dorfschule war, vor diesen Oberpastoren spreche. Ausgerechnet mich will er haben, ob ich gerade will oder auch mal keine Lust habe.
Merci tikala malamu ngai ndeko .

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