alles, was nirgends sonst reinpasst

einen Weihnachtsbaum bauen – Teil 1

Der Trend geht ja immer mehr zum „nicht verschwenden, wiederverwenden!“, und weil das bei herkömmlichen Weihnachtsbäumen sehr schwierig ist (kleb mal 70.000 Nadeln mit Heißkleber an trockene Äste, auf dass es hübsch und wie echt aussehe…), geht ein weiterer Trend dahin, einen Weihnachtsbaum aus anderen Materialien zu verwenden. Und dann halt meherere Jahre hintereinander. Aber bitte ohne Plastik!!

Natürlich braucht ein selbstgebauter Weihnachtsbaum vor allem eins zwei: Materialien und Zeit zum bauen. Na ja, und wenn er groß werden soll, auch noch Platz. Deswegen erzählen wir nicht erst im Dezember davon, sondern schon jetzt, Anfang Oktober, sodass du noch Zeit hast, die Sperrmüllhaufen der Region zu sichten, Freunde zu mobilisieren und dich bei Ibäi-Kleinziegen umzutun. (Die Vorgärtnerin lehnt den Trend der guggelbaren Schleichwerbung ab.)
Jetzt zur Materialliste.

Nein, erst noch ein wichtiger Hinweis. Wir bauen für einen sehr großen Saal und planen mit einer Baumhöhe von 2,40m. Wenn du für eine Kleinfamilie auf 100qm Wohnfläche (o.ä.) baust, brauchst du logischerweise von allem ein bisschen weniger.
Einwurf vom Statistikfreund.

Die Materialliste für einen Weihnachtsbaum bauen – Teil 1
Lattenroste unterschiedlicher Breite, wir hatten 70, 3×90 und 140 cm (und eine Menge Reste)
… und Teil 2
2 Gewindestäbe M8 á 1m und 2m
1 Verbindungsmutter M8
(für Kleinbäume reicht der 2m-Gewindestab und die Verbindungsmutter erübrigt sich)
1 Einschlagmutter M8
Unterlegscheiben M8 (die genaue Anzahl stellt sich im Lauf der Arbeit heraus)
vermutlich 4 selbstsichernde Muttern M8 (bis zu dem Bau[m]abschnitt sind wir noch nicht gekommen)
1 Pfahl zum lebende-Jungbäume-anbinden, wir hatten 6cmx2,50m
(Kleinbäume kommen evtl. auch mit einem 4,5er-Rundholz von 1,5m Länge aus)

Die Werkzeugliste für Teil 1 …
Feinsäge/Stichsäge
Akku-Schrauber
normales Set Holz- und Metallbohrer
… und Teil 2
Metallsäge (zum Kürzen des Gewindestabs)
Standbohrmaschine
Schraubstock, Schraubzwingen
langer Holzbohrer M8 (min 15cm)
Leim, Schrauben und sicher auch Draht 😀 und was dir sonst noch sinnvoll erscheint
für Freunde neutraler Bäume:
Schleifmaschine mit 80er Körnung
(beim Winzigkleinbaum kannst du vielleicht auch von Hand schleifen)
Pinsel oder Rolle und weißen seidenmatten Innen-Lack

Als erstes zerlege die Lattenroste und sortiere: Plastikhalterungen in den Restmüll (uns ist nichts eingefallen, wozu man diese Dinger wiederverwenden könnte), Metallteile wie die Scharniere zum Verstellen des Kopfteiles in die Altmetallkiste, Rahmen – so sie aus Holz sind – ebenfalls in die Einzelteile zerlegen. Rahmenteile beiseite legen, die Latten nach Länge ordnen. Die Breite und Dicke der Latten ist nebensächlich, wie du auf dem Foto siehst:

Ordne die Latten in Bündel, die oberen Astkränze (Nordmanntanne mit 5 dieser von uns so benannten Etagen) kommen mit 2-3 Latten aus, unten brauchst du 5-7 Stück.

Lege die Lattenbündel auf den Boden und bringe sie in Verhältnis zueinander. Was sieht gut aus und harmonisch? Wie hoch darf der Baum überhaupt werden? Eher kurz und breit oder lang und spitz? Oder gar unten breit, oben spitz? Der Fantasie sind da fast keine Grenzen gesetzt. Unserer ist lang-mittelspitz-linear.
Wir haben da schon mit der ersten Zeichnung angefangen, damit keine Fehler beim Denken passieren und die Maße stimmen.

die Zahlen rechts sind die Länge der Latten, die links ein Denkfehler. Unter die 165-cm-Latte kommt noch die mit 180cm. Dem linearen Verlauf folgend hätte sie 190cm haben müssen, aber wir hatten kein lang genuges Holz dafür.
der Kranz der 140er-Latten: 6 Stück. Das klärt den Denkfehler aus der obigen Skizze: dort sind wir noch von der ungefähr doppelten Menge Latten je Astkranz ausgegangen – viel zu viel, zu schwer außerdem.
Die oberste Latte liegt falschrum, die Enden sollen ja nach aufwärts gebogen sein.

Im Anschluss daran die Latten entsprechend kürzen oder wenn sie nicht lang genug sind, zu Paaren zusammenlegen, damit sie später stammnah verschraubt werden können.
In der Mitte der Einzellatten mit dem 8er-Bohrer ein Loch bohren. Ich habe mit einzelnen Latten angefangen, sie dann aber mit Klebeband gebündelt und durchbohrt, das macht am Ende keinen Unterschied. Wichtig ist nur, dass du die Mitte triffst, längs wie quer.
Wenn nicht die 140er die längsten Äste am Baum bilden sollen, jetzt die Paare mit etwas Überlappung (mindestens so lang wie die Latten breit sind) zusammenlegen, vorbohren, ansenken, verschrauben. Die Doppellatten bei uns haben 160 und 180 cm Länge. Mit dem 8er-Bohrer in der Überlappung lochen.
(Deshalb haben wir keine Lattenreste an eine 140er-Latte geschraubt, sondern liegen sie in der Mitte doppelt: dort ist es am stabilsten)

In der Mitte habe ich den kurzen Gewindestab in die Werkbank gespannt. Du erkennst auch die Überlappung der zwei Latten, die zum 165er-Astkranz gehören. Der 180er-Kranz hat weniger Überlappung.
Spätestens jetzt wird allen klar, wie viel Platz das „Bäumchen“ hinterher braucht…

Sofern du deinen Baum später weiß lackieren möchtest (was ihn zeitloser macht und unabhängig gegenüber wechselnden Dekotrends), bitte jetzt mit dem Schleifen anfangen. Der Lack muss nicht ganz runter, gründliches aufrauen reicht. Dabei auch die Fransen vom Bohren beseitigen und scharfkantige Stellen an den Außenseiten der Latten.

… … …

Die restlichen Punkte erfährst du im nächsten Teil der Anleitung – der VorgärtnerinVatter ist noch in Urlaub. Aber freu dich, die uffwändschste Arbeit liegt schon hinter dir, wenn du mit Teil 1 ferdsch bist.
Es gibt für „Weihnachtsbaum aus Lattenrost“ sicher einige Anleitungen im Internetz, aber unsere ist besser. Sprachlich. Und hat schönere Fotos. Eine geordnete Reihenfolge.
Du darfst natürlich gerne kucken, wie das bei der Konkurrenz aussieht, und wenn du mutig bist und Heimwerkererfahrung hast, brauchst du unsere restliche Anleitung vielleicht gar nicht.

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