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LOVEmber 2021 #2-Reformationstag

Hier ein paar Infos zum Reformationstag: klick, klack, klick, klack, und am besten KLICK‼️
Zu den übrigen Gedanken habe ich meine Mitmenschen befragt. Ihre Antworten, farbig abgesetzt, siehst du unten.

Der Reformationstag an sich bedeutet mir gar nichts. Ist ja nicht mal frei dann. Reformation ist m.E. auch nichts, worauf die Kirche sich abfeiern könnte, Reformation muss ein fortdauernder Prozess sein, sonst erstarrt sie selbst zur Tradition – die ja eigentlich überwunden werden sollte. Die Kirche ist ein Organismus, und wie alle lebendigen Organismen einer ständigen Erneuerung unterworfen – wenn nicht, ist sie nicht mehr lebendig.

In meiner Kindheit gab’s noch kein Halloween und auch keinen Reformationstag. (Letzteren gab es zwar schon, aber er stand einfach so im Kalender rum, ohne dass sich irgendwer um ihn gekümmert hätte, und außerdem waren wir katholisch. Pff. Reformation. Juckt uns doch nicht.)
Mit Anfang 20 lebte ich meinen Glauben in einer freikirchlichen Pfingstgemeinde, wo man großen Wert darauf legte, für die eigenen Überzeugungen einzustehen, ganz nach Luthers Vorbild. (Im Rückblick befürchte ich, dass wir leider öfters mal „Hauptsache dagegen“ waren.) Halloween kam so langsam in Mode, als Kinderbelustigung, als Partyanlass und zur Umsatzbelebung im Einzelhandel. Und ganz schnell kam es unter konservativen Freikirchlern in Mode, gegen Halloween zu sein, wegen angeblichem Okkultismus und so. Ich muss leider ehrlich gestehen, dass ich damals auch „gegen“ sehr vieles war. Würde ich heute nicht mehr so machen.
Noch viel später erst kam der Reformationstag in Mode, nämlich ein paar Jahre vor dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags von Martin Luther. Das wollte die evangelische Kirche verständlicherweise mit großem Gepränge feiern. Und die konservativen Christen jeder protestantischen Couleur fingen an, stolz darauf hinzuweisen, dass sie den Reformationstag und nicht Halloween feiern. Okay.
War die Reformation gut oder schlecht? Sind ihre Früchte gut oder schlecht? Schwer zu sagen. Das Gute, das erreicht wurde, hat viele Menschen viel gekostet. Ich finde es angemessen, dessen zu gedenken. Vielleicht finden die deutschen Protestanten mit ein paar Jahren Übung auch noch gute Formen dafür. In der Zwischenzeit werde ich mich hüten, kleinen Kindern oder Partygängern den Spaß an Verkleidungen und Gruselgeschichten zu verderben.Der Reformationstag an sich bedeutet mir gar nichts. Ist ja nicht mal frei dann. Reformation ist m.E. auch nichts, worauf die Kirche sich abfeiern könnte, Reformation muss ein fortdauernder Prozess sein, sonst erstarrt sie selbst zur Tradition – die ja eigentlich überwunden werden sollte. Die Kirche ist ein Organismus, und wie alle lebendigen Organismen einer ständigen Erneuerung unterworfen – wenn nicht, ist sie nicht mehr lebendig.

Mit dem Reformationstag verbinde ich eine ganz besondere Predigt im CZF. Das muss ca 2003 gewesen sein. Es ging darum, dass Gott manchmal mit uns durch Wüstenzeiten geht. Die Predigt war so gut und überzeugend, dass ich danach voller Inbrunst betete: Gott, schenke mir eine Wüstenzeit mit dir.
Und, was soll ich sagen, dieses Gebet hat Gott erhört. Danach wurde vieles echt schwierig, das Gebet hatte ich inzwischen wieder vergessen und hab mich gewundert, was eigentlich los ist. Warum so viele Umstände so schwer sind… 
Zum Glück fiel mir das wieder ein und als mir dieses Licht aufging, war schon viel gewonnen. Ich hatte selbst darum gebeten, einen stärkeren Glauben zu bekommen, menschen-unabhängiger zu werden. Das waren nämlich die Ergebnisse der Wüstenzeit 😄 Diese Ergebnisse wollte ich auch gerne haben und habe sie erhalten. Die Wüste selbst war eher unangenehm, trocken und zäh. 😅
Reformationstag bedeutet also für mich: Gott erhört Gebet und Wüstenzeiten lohnen sich.

Reformationstag: Luther hatte die Eier, sich gegen „die Kirche“ zu stellen, als das noch gefährlich war und Mut erforderte.
Und auch wenn Luther seine dunklen Seiten hatte, kann ich diesen Mut anerkennen.
Mit diesem Mut hat er dazu beigetragen, dass das Evangelium wieder verkündigt wurde, anstelle von Unterdrückung und Ablass und Angst.
Soli Gratia.
Wir verdanken ihm die Tatsache, dass Bibeln in Landessprachen übersetzt wurden.
Ich muss nicht erst Latein lernen, um nachzulesen, was Gott über die Welt, die Menschen, mich denkt.
Sola Gratia…

Reformationstag bedeutet für mich „Veränderung ist möglich“: zuerst hatten wir die eine große Kirche (was natürlich auch nicht ganz stimmt, es gab immer Abspaltungen von der katholischen Kirche), und dann kam Luther, kritisierte viel und wollte die Kirche ja verändern.
Der Tag sagt mir, es lohnt sich, für Veränderungen einzustehen. So gesehen finde ich den Reformationstag einen sehr hoffnungsvollen Feiertag, schön, dass wir ihn haben im Kirchenjahr.

Dass Reformation ein Prozess ist, würde ich absolut unterschreiben. Was mir aber an der Reformation noch wichtig ist, sind die Exklusivpartikel (solo…) und da besonders solus Christus. Christus ist derjenige, der zu den Menschen gekommen ist, eine andere Brücke braucht es nicht, wie beispielsweise den Papst etc.
Und sola gratia und sola fide. Allein die Gnade Gottes errettet und nicht das eigene Tun. Der Glaube und das Vertrauen sind das Wichtige. Das heißt für mich, es darf auch mal etwas schief laufen. Ich kann und muss nicht perfekt sein. Von diesem Anspruch an mich selbst werde ich ein Stück weit befreit durch die Reformation.

Tante Thalie hat sich übrigens auch Gedanken gemacht zum Reformationstag.

2 Kommentare zu „LOVEmber 2021 #2-Reformationstag

  1. Was der Reformationstag für mich bedeutet? Wir hatten am Montag im Kreise der Kollegen die Frage nach Halloween und wie wir diesen Tag verbracht haben. Ich habe ehrlich gesagt keinen Bezug dazu. Der 31.10. ist für mich der Reformationstag. Dieser Tag gedenkt daran, dass vor einigen Jahrhunderten M. Luther und andere mutige Personen bestehende Regeln und Bräuche hinterfragt haben. Aufgrund dieser kritischen Betrachtungen veränderte sich damals die religiöse Welt. So wurde u. a. Geistlichen es möglich gemacht, den geliebten Menschen zu heiraten und eine Familie zu gründen. Und genau hier kommt mein Bezug zu diesem Feiertag ins Spiel. Ich verdanke diesen Menschen, dass es mich und meine Geschwister ganz legal und offiziell gibt. Diese Veränderung und auch andere aus dieser Zeit sind für mich und meinen persönlichen Glauben an Gott wichtig, daher ist der 31.10. ganz klar Reformationstag und nicht Halloween.

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