kurioses

wenn ich …

wenn ich ein Restaurant gründen würden wöllte, würde es da Burger geben, alles bio und fair und so, mit Vollkornbrötchen und rechts drehendem Joghurt und fair gehandeltem Tee, Kaffee, Kakao. Und nennen würde ich das Restaurant

Burgerbegehren

oder „Burgerinitiative“, da bin ich noch nicht sicher. Aber das hat ja auch noch etwas Zeit, da ich im Moment gerade kein Restaurant gründen möchte.

Lesestoff

Gemüsesaft

„Bist du heute Abend noch für ein Experiment zu haben?“
Er gähnt. „Kommt drauf an, womit sich das Experiment befasst.“
„Guck es dir an.“ Ich gehe voraus in die Küche und stelle meine Trinkgläser und Tassen, gefüllt mit Gemüsesaft, auf die Insel. Skeptisch beäugt er sie. „Das sieht furchtbar grün aus.“
„Und grün steht dir furchtbar gut, mein Schatz. Du hast gesagt, dass du Gemüse nicht magst, weil es so knackt und kracht beim Kauen. Dieses Gemüse hier wird ganz sicher nicht knacken und krachen. Probierst du es?“
„Muss ich das alles austrinken?“
„Nein. Nur an jedem kosten.“ Er nimmt das erste Glas und riecht vorsichtig daran. „Und du weißt, was drin ist und das kommt später ins Essen?“
„Wenn es dir schmeckt.“ Er ist süß, wie er sich so ausführlich nach den Bedingungen erkundigt, misstrauisch, aber trotzdem mutig genug, sich auf mein Experiment einzulassen. „Ich will euch nur mal miteinander bekannt machen.“
„Hallo Gemüse, ich bin der Lorenz“, stellt er sich vor und nippt am dunkelgrünen Saft. „Hm.“ Er nimmt einen etwas größeren Schluck. „Geht so.“
Ich stelle das Glas beiseite, er nimmt das nächste. Mit Riechproben und Schlückchen arbeitet er sich durch die Versuchsreihe. Ich sortiere die Säfte nach „geht so“ und „igitt“, und füge schließlich die Kategorie „lecker“ hinzu. „Da staunst du, was?“, neckt er mich. „Dein Wikinger mag Gemüse!“
„In der Tat, ich staune. Wer hätte das gedacht! Willst du die Namen von deinen neuen Freunden wissen?“ Er nickt. „Spinat, Kohlrabi und Mais. Probier noch das orange.“
„Bestimmt ist es Möhre, oder?“
„Natürlich“, lache ich.
„Lecker.“
„Und das hier.“
„Ha, das kenn ich, das ist Tomate. Allerdings … hm, die schmeckt ja ziemlich langweilig. Ich dachte, die wäre … leckerer.“ Er gibt mir das Glas zurück und ich teste ebenfalls. „Was hast du an dieser aromatischen Biotomate auszusetzen?“
„Aromatisch?! Na ja, vielleicht nehmen die für Tomatensoße ne andere Sorte.“
„Ach das meinst du. Nein, da sind Geschmacksverstärker drin, je billiger die Soße, desto mehr.“
„Aha. Tomatensoße, die gar nicht nach Tomate schmeckt. Verrückt.“ Ich gebe ihm das nächste Glas. „Komische Farbe … aber lecker. Was ist das?“
„Rote und gelbe Paprika. Und hier, nimm das auch noch.“
„Ist das Gemüse? Es riecht ganz … fruchtig.“ Er trinkt den Saft in einem Zug. „Lecker.“
„Das ist rote Bete. Übrigens macht es rosa Pipi, erschrick morgen nicht.“ Er lacht, „wahrscheinlich tanze ich die halbe Nacht durchs Haus, weil ich ne Überdosis Vitamine intus habe. Aber wie lange hast du gebraucht, bis du die Sachen alle flüssig hattest? Oder kann man das kaufen?“
„Es gibt Gemüsesaft zu kaufen, aber der enthält mindestens noch Salz, wenn nicht eine Mischung aus verschiedenen Gemüsesorten. Ich wollte nur den Eigengeschmack haben, also habe ich sie durch meine Saftpresse gejagt.“
„Und was hast du mit den trockenen Resten gemacht?“
„Die meisten hatte ich heute in meinem Mittagessen. Wenn du Gemüse lieber trinkst als isst, mache ich dir in Zukunft Smoothies.“
„Aber das ist doch wahnsinnig viel Arbeit?“
„Überhaupt nicht. Bei Smoothies bleibt ja nicht mal ein trockener Rest übrig.“
„Dann mach mir in Zukunft bitte Smoothies.“
„Sehr gerne.“ Mein Wikinger will tatsächlich Gemüse verzehren! Wie schön!
„Was meinst du – machen Vitamine gute Laune? Vorhin auf dem Sofa wollte ich gar nichts mehr nach dem Scheißtag. Vielleicht sollte ich die grünen Vitamine morgens trinken.“
Er ist zum Küssen. „Wenn du möchtest, mache ich dir zu jeder Tages- und Nachtzeit Gemüsedrinks, so viele du willst.“
„Heute brauche ich keine mehr. Komm, wir gehen schlafen.“

Heimatland

Ein Ort für Querformate

Im Nachhinein dachte ich, es wäre klug gewesen, den Anfang des Regenwetters im Kalender zu notieren. Dem Statistikfreund hätte das gefallen, er hätte dann den durchschnittlichen Niederschlag errechnen können und was einem Mathematik-Wischenschaftler noch so einfällt. (Ich halte mich ja in solchen Fällen lieber dezent zurück…)
Davon abgesehen habe ich letzten Samstag nicht übers Hätte-Wäre-Wenn nachgedacht, sondern in den anderthalb Stunden, die ich da war, ausgiebig gestaunt und mich gefreut und über 100 Fotos gemacht – die schönsten habe ich dir hier mitgebracht.

 

… siehst du, diesmal habe ich ans Vorher-Nachher gedacht.

screenshot_20190123-232634Dazwischen ungefähr und ein paar Meter tiefer befindet sich das Wehr.

Das mit dem Anfang des langen Regens (andernorts habe ich ihn „Intervallregen“ genannt) hat mir allerdings keine Ruhe gelassen und ich habe einige Chats mit Gartenfreunden durchsucht. Aha!
regenbeginnEin Chatprotoköllchen mit aussagekräftigem Datum. Und als ich das fand, rate, was mir einfiel? Ein Vorgartenbeitrag namens Endlich normales Wetter. Auch vom 2. Dezember. Es ist also recht wahrscheinlich, dass der fragliche Tag (oder der tagliche Frag?) 02.12.2018 hieß.
Wenn du noch was mit dem SF besprechen willst, tu es jetzt, denn ab morgen sitzt er in seinem Rechenzentrum (nein, nicht in dem) und ist für ne Weile nicht erreichbar.

alles, was nirgends sonst reinpasst

Unter den Linden

Dieser Mensch hat vermutlich nicht auf der Berliner Prachtstraße gleichen Namens geparkt, sondern unter anderen Linden.

Mein Gefährt verweilt auch oft unter so einem erst summenden und klebenden, später Früchte und dann Blätter (und ganzjährig Vogelkaka) verlierenden Baum, besonders, wenn die Nachbarn alle linden-freien Parkplätze schon vor mir besetzt genommen haben. Ich möchte aber betonen, dass mein Autochen nie so dreckig ist wie dieser fahrende Komposthaufen.

Lesestoff

Absatzgeklapper im Treppenhaus

Absatzgeklapper im Treppenhaus.
Schlüssel raus, Tür auf, Tür zu, Schlüsselbund fliegt in die Ecke des Telefonregals. Geklapper hört auf, weg mit den grausigen Schuhen, Freiheit für die Zehen!
Hallo Kätzchen! Gleich gibt’s Futter für euch.
Puh, endlich Feierabend. Dieser Sachgebietsleiter!!! So ein Arschloch.
Verbleibende Zeit bis zum Beginn des Spieleabends: Zwei Stunden.
Das ist noch zu tun: Küche wischen, Gästeklo putzen, Wohnung aufräumen, duschen, was vernünftiges essen. Kevin kommt später, er ist noch in der Firma.
Nach zwei Zeitrafferstunden ist das getan: Gästeklo geputzt, nur Wohnzimmer aufgeräumt, geduscht. Die Küche klebt nach wie vor, ihr Magen beherbergt ein Rudel Wölfe.
Wohnungstür geht auf und zu, Kevin. Hallo Schatz, wie war dein Tag, ja, geht so, und deiner?
Er will Details zum Tage erzählen, sie will sich noch schnell was zwischen die Kiemen schieben. Passt ihm nicht: Hör mir doch mal zu!
Tu ich doch, ich kann zugleich essen und zuhören.
Sie hat dreimal abgebissen, als es klingelt. Lucy und Silas stehen im Flur, bestens gelaunt, Spiele unterm Arm, Snacks in der Tüte.

Silas erklärt das erste der mitgebrachten Spiele.
Das hab ich nicht verstanden, sagt sie.
Ganz einfach. Er beginnt von vorne.
Kevin mault. Hör doch gefälligst zu. Nie hörst du zu.
Sie kontert: Stimmt gar nicht.
Die Spielregeln hat sie jetzt kapiert. Sie sperrt die gereizte Laune im Keller ein. Will den Abend nicht verderben.
Sie verbündet sich mit Lucy. Kevin verliert die erste Runde.
Die zweite auch.
Ihre Laune darf den Keller verlassen.
Wieder gewonnen.
Kevin vermutet, dass das kein Zufall ist: Ihr bescheißt mich.
Tun wir gar nicht.
Zick hier nicht so rum.
Ich zicke nicht rum.
Kriegst du etwa deine Tage?
Bitte?! Mehr fällt ihr nicht ein.
Ich hab dich gefragt, ob du deine Tage kriegst. Du bist dermaßen geladen!
Jetzt fällt ihr was ein: Stell dir vor, ich hatte das verstanden, aber ich frag dich auch nicht, ob du Samenstau hast, bloß weil du Stress hattest in der Firma und dein SGL ein beschissener Chauvi ist und du hier noch alles ordentlich machen musstest und nicht mal die Hälfte geschafft hast und dann auch noch stillsitzen und zuhören musst und dabei nicht mal was essen darfst!!
Lucy und Silas gucken sich erstaunt an, Silas zieht den Kopf ein: Sollen wir lieber … ähm, gehen?
Nein, knurrt sie.


erschienen in „Der Kranke Bote – das Jesus Freaks Magazin“, Ausgabe 1/2011

Das Jesus Freaks Magazin heißt inzwischen Korrekte Bande.
Werde Teil der Bande!

Ermutigung

zum Jahresendeanfang

Der Statistikfreund und ich haben lange überlegt, was wir den Vorgartenfreunden zu Silvester und Neujahr bieten wollen.
„Klamauk zum Jahresabschluss“ ist wie immer hoch im Kurs, aber schließlich haben wir uns drauf verständigt, dass die Klamaukfreunde in den alten Vorgarten gehen können, da gibt es genug zu lesen und zu lachen.
Zum Beispiel bei den Heileits von 2014. Oder bei der Jahresabschlussstatistik von 2010. Oder … ähm… hm. Das wars dann schon. Ehrlich, ich war sicher, dass es viel mehr sein würden … na ja, wir haben uns beim Klamauk ja nicht auf Silvester beschränkt. Reichlich Linkse weisen dich dahin.
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Wir haben uns also drauf verständigt, dir diesen Text zu bieten.
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Wieder ist ein Jahr vergangen, himmlischer Vater! Wir danken dir für deine Barmherzigkeit. Das neue Jahr steht vor uns mit seinen Forderungen. Aber wir gehen nicht mit leeren Händen hinein.

Wir nehmen mit uns die Erinnerung an die bangen Zweifel, die beruhigt wurden, an den Kummer, der gelindert wurde, an die Niedergeschlagenheit, aus der wir erhoben wurden, an die Hoffnung, die nicht beschämt wurde. Das hast du an uns getan, barmherziger Vater. In allem Werden und Vergehen bist du doch derselbe gewaltige Gott.

Sören Kierkegaard – und der Text der Tageslosung zum Altjahrsabend.

Das wünschen wir dir: dass du die Erinnerungen an die zuerst schlimmen Momente, die sich ins Gute wandelten, nicht vergisst.
Die schönen Momente darfst du natürlich auch gerne mitnehmen. Wir hoffen, du bekommst

ein stattliches neues Jahr.