Scholle, grün (die)

Der Dreischnegeltag

Zwei der drei unheimlichen Biester fand ich in den geretteteten Pflanzen vom Friedhof, der stark gefleckte war schon vorher da. Den hab ich gefeiert und bejubelt, da ich seinesgleichen bis dato noch nie im eigenen Garten gesichtet hatte. Beim zweiten, dem schmal gestreiften, wunderte ich mich, und der blass gefleckte ließ mich glauben, ich sei Zeuge eines Schnegeljahrs – aber wer weiß?

Mit der Friedhofsblumenrettungskiste ging es so weiter:

… wenn du übrigens meinst, es sei ziemlich zugewuchert auf meinem Hügel – da geb ich dir absolut recht. Die Vegetation hat meine letztjährige Langzeitabwesenheit genutzt, um sich die Erde untertan zu machen und ich arbeite mich Projekt für Projekt durch die Wildnis … Das Cornutenheim siehst du allerdings nach dem jäten. Vorher wäre da gar kein Platz gewesen, weder für Blöömscher noch für Fotos.

Die Bellis perennis sind bei ihren wilden Verwandten im Schattenstaudenbeet gelandet (nicht weil sie gern schattig stehen, sondern wegen den Verwandten, die da von selbst hinkamen und blieben, also muss es irgendwie gut sein).
Die zwei ausgesprossenen Calluna (immerhin das tut sie, die insektenfeindlich gezüchtete Knospenheide) sowie die drei Gaulteria sind erst mal mit Torf in Tontöpfe gesetzt worden … ist mir selbst peinlich, totes getrocknetes Moor im Garten zu haben, aber ich schmeiß es deswegen nicht weg.
Die roten Heuchera warten ebenfalls noch auf die Zuweisung ihrer dauerhaften Residenz.
Und der Senecio maritima (nur einer, der andere war um) ist im Bermudadreieck von Rhabarber, Dicentra spectabilis und Hortensie niedergegangen. Hoffentlich sehen wir uns noch mal, dort sind schon Coreopsis, Tulpen und Alpenvei

Scholle, grün (die)

wenn ich …

Wenn ich eines Tages auf meiner Scholle nicht mehr tun kann, wie mein grüner Daumen will (wegens Rücken und Knie), und die von mir eröffnete Beratungsstelle für von Gärtnern traumatisierte Regenwürmer und andere Bodenlebewesen Kapazitäterä übrig lässt, widme ich mich zudem der Pflege und (Neu-)Vermittlung misshandelter, vernachlässigter und ausgesetzter Kultur- und Zimmerpflanzen, kurz gesagt gründe ich endlich das

Pflanzenfürsorgeamt.

Auch das wird dringend benötigt, wie du hier und im alten Vorgarten schon oft mitbekommen hast. Eine Pflanze ist ein Lebewesen und bedarf des Schutzes, sie hat Gefühle und braucht Ansprache, Zuwendung und Lob! (Und Wasser, Sonnenlicht sowie gelegentlich etwas Dünger.)

nach ungefährer Erinnerung der Vorpandemiepreise bei Firma K liegen hier knapp 30€ auf dem Asphalt – aus einem Friedhofsmüllkorb gerettet

Nach dem an-die-Nachbarn-verschenken muss ich mit den restlichen jetzt echt was machen! Vor dem Verdursten gerettet zu werden, um dann im Starkregen in einer Kiste zu ersaufen, das ist keine Perspektive!!