alles, was nirgends sonst reinpasst

Hamburgs stille Hauptperson

dies ist ein Screenshot! Alle Bildrechte beim ZDF.
entnommen aus „Nachtschicht“, Folge „Wir sind die Polizei“

Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen ist meines Erachtens eine der schönsten Brücken der Welt. Ich bin in der Welt noch nicht viel rumgekommen, vielleicht ist meine Sichtweise dadurch ein bisschen eingeschränkt. Aber man sieht ja die eine oder andere Brücke in Dokus und Spielfilmen, ich denke, ich habe genügend Vergleichsmaterial. Über die Köhlbrandbrücke bin ich schon drüber gefahren – von oben ist sie allerdings nicht halb so beeindruckend schön. Nur hoch. Und lang.
Die ZahlenDatenFakten kannst du alle bei Tante Wiki nachlesen, darum geht es mir hier nicht. Nur einen Satz möchte ich zitieren, der nicht mal im Brückenartikel steht, sondern in dem des zuständigen Architekten Egon Jux:

„Seine Brückenbauten waren wichtige
identitätsbildende Infrastrukturprojekte.“

Sie so zu nennen ist keineswegs überzogen. Die Köhlbrandbrücke ist einzigartig. Und sie steht auf einem Stück Hamburger Hafen, an dem eigentlich gar kein Platz ist für eine Brücke, und erst recht keine so hohe. Deshalb hat sie drei starke Kurven und eine sanfte Biegung, ein großes Sortiment unterschiedlich hoher Brückenpfeiler, und damit auch große Schiffe darunter entlang passen, zwei sehr hohe Pylonen.
Leider ist sie Mitte der 1960er-Jahre geplant und 1974 für den Verkehr freigegeben worden; dem heutigen Verkehrsaufkommen ist sie längst nicht mehr gewachsen. Die Instandhaltungskosten wachsen ins Unermessliche. Auch sind die Schiffe immer größer geworden, mittlerweile können die meisten Containerschiffe sie nur noch bei ablaufendem Wasser queren, damit sie nicht im Brückenbogen anstoßen.
Es gibt Pläne, die Brücke abzubrechen und Köhlbrandhafen und Süderelbe mit einem Tunnel zu passieren.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das dann aussieht.
Ergänzend empfehle ich den Genuss folgender Kulturstückchen.