alles, was nirgends sonst reinpasst

dreimal Doku für den Klimaschutz (im direkten und weiteren Sinne)

Ich schau gerne Dokus an. Am liebsten über Natur und Tiere und so, da kann ich immer so schön staunen. Als Kind hatte ich Sorge, dass eines Tages alles „ausgeforscht“ wäre und dann nichts mehr übrig sei. Heute weiß ich, dass das niemals passieren kann, die Welt ist viel zu komplex und wunderbar. Mein Kompliment an ihren (und meinen) Erfinder!

Diesmal habe ich bewusst kurze Beiträge gesucht und bin bei folgenden Themen des „Report München“ (ARD) vom 19.03.2019 hängen geblieben:
über die neue Lust am Protest,
über Gemüse aus Sizilien und seine Auswirkungen und
über neue Strategien gegen Überbevölkerung.
Alle drei kannst du noch bis zum 19.03.2020 anschauen; möglicherweise ändert sich aber ihr Speicherort in der Mediathek, da müsstest du dann selbst auf die Suche gehen.

Der Bericht über die Demonstrationen der Schüler fürs Klima hat mich am meisten beeindruckt. Entgegen diversen Aussagen/Beschuldigungen eines meiner „Lieblingspolitiker“ von der FDP schwänzen die Kinder nicht den Unterricht, sondern sie opfern ihre Zeit, damit wir Erwachsenen nicht länger ihre Zukunft und die nachfolgender Generationen opfern. Die Resonanz ist überwältigend – 5.000 Schüler waren erwartet, mehr als 20.000 kamen! Das muss man sich erst mal vorstellen.
Ja, sicher sind auch Schüler dabei, die demonstrieren, weil es cool ist oder weil sie keinen Bock auf den Unterricht haben, ebenso wie einige nicht dabei sind und in der Zeit andere Dinge tun, auf die sie mehr Bock haben.
Aber welche Öffentlichkeit würden die Kinder und Jugendlichen erreichen, wenn sie (wie vom oben erwähnten Politiker angeregt) nach der Schule oder am Samstag auf die Straße gingen? Welcher Arbeitnehmer würde nach Feierabend für mehr Geld oder bessere Arbeitsbedingungen streiken? So engstirnig kann man das Engagement wahrscheinlich nur verurteilen, wenn man … ach, ich sag seinen Namen nicht. Keinen Bock.

alles, was nirgends sonst reinpasst

alle 11 Minuten ist ein Frauentag vorbei

Ich hätte diese Bilder ebenso gut selbst knipsen können, es gibt genug und die in der Stadt unterscheiden sich in Nichts von denen, die ich bei der Elf-Minuten-Singelbörse gescreenshottet habe. Aber in der Stadt war kein fotogenes Wetter oder die Ampel sprang auf Grün oder die Gruppe Teenager schaute sowieso schon seltsam herüber, da wollte ich nicht noch ein Foto machen.

Die Einteilung der Verpaarungswilligen nach Geschlecht wurde höchst willkürlich von mir vorgenommen, um dich mit nachfolgenden Fragen zum Nachdenken zu bringen.

Oder, wenn du schon mal darüber nachgedacht hast, um dir zu zeigen: du bist nicht allein.

Warum tragen die Damen fast ausschließlich schulterfrei und tief ausgeschnitten, eine sogar bloß ein Hemdchen, das sie im Bett tragen könnte, während die Herren sich in „anständiger“ oder zumindest jahreszeitlich angepasster Kleidung präsentieren?
Was sagt das über unser Frauen- und Männerbild aus?

Den Fokus auf andere Äußerlichkeiten gelenkt: Warum gibt es keine Kurzhaarige in der Werbung? Was ist mit den langhaarigen Männern und denen ohne Bart?
Warum dürfen Brillenträger:innen und die sommersprossenverzierten Rothaarigen nicht mitmachen? (Dürften sie, schlussfolgere ich, wären sie ja abgebildet in diesem angeblichen Querschnitt unserer Gesellschaft, der suggerieren soll, dass jede und jeder sein Glück findet, nämlich alle elf Minuten.)
Was ist mit den Leuten, die nicht ganz so nord-, mittel- und westeuropäisch aussehen?
Und wo sind all die vielen Menschen, die hier und da ein paar Pölsterchen mit sich herumtragen, sind die gar nichts wert? Nicht mal liebenswert?

Über Parship hab ich auch schon mal im alten Vorgarten nachgedacht, da war aber nicht Weltfrauentag. Bei dem gabs zwei Jahre zuvor schöne Musik.

Lesestoff

der Monat, der sechs Wochen dauerte

Das klingt fast wie eine dieser Geschichten, die seit einiger Zeit zuhauf auf dem Buchmarkt zu finden sind. Wie zum Beispiel: Die Analphabetin, die auf den Baum stieg und verschwand (eine hastige Zusammenfassung).
Es ist aber keine Geschichte, eher ein Schuldeingeständnis.

Beim Schreiben eines längeren belletristischen Textes ist das Anlegen eines Kalenders fast unerlässlich. Seit dem ungefähr dritten oder vierten Schreibprojekt beherzige ich das, meist sogar zu einem recht frühen Zeitpunkt. Man verliert sonst einfach zu schnell den Überblick, vor allem, wenn in der Geschichte mehr als drei oder vier Personen mitmischen.
Tzja, und dieser Monat mit den sechs Wochen?
Der ist mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert.
Nun muss ich zusehen, dass ich da wieder Ordnung hineinbekomme, möglichst ohne allzu viel Text zu opfern.
Es hat Ähnlichkeiten mit dem Bau eines Dudelsacks, wo man ja auch eine Ziege nimmt, die Ziege aus ihr herausholt, etc. etc. So nehme ich meinen Monat, schüttele alle Ereignisse aus den Wochen in eine Kiste und sehe zu, dass ich sie sinnvoll unterbringe.
In solchen Momenten frag ich mich oft, ob ich sie eigentlich noch alle hab.