Fernweh

Das lag nur an den Gießkannen

Am fünften Tage schuf Gott der Herr das Vieh und die wilden Tiere des Waldes und der Steppen. (1. Mose 1,24+25) An meinem fünften Inseltag hatte ich hingegen das Gefühl, er hätte gerade eben den Wind erfunden und müsse sich noch ein paar mal an seinem Sausen und Brausen erfreuen, bevor er sich anderen Dingen zuwenden könne.
Die sonstigen Zutaten des Tageswetters waren: viele Wolken, Sonne und gelegentliche Regenschauer, dazu war es recht kühl. Definiere „kühl“: nicht so kalt, dass ich eine lange Hose angezogen hätte.
Vom engagierten Dauerregen war der Strand von Pfützen übersät, weil ich jedoch vortags viele Schritte getan hatte, fuhr ich mit dem Rad zum südlichen Ende der Promenade und testete zuerst mal, wie viele Krümel in einen Spatz passen.

Ich habe keine Kenntnis im Auseinanderhalten von Spatzen, bis auf den Unterschied zwischen Herr und Frau Spatz, aber dieses Spatzenmädchen vom letzten Bild war die ganze Zeit da, und es war am schnellsten von allen. Sehr viele Krümel passten rein.

Ich liebe Gottes Himmelskaleidoskop – er tippt es mal kurz an und alles sieht wieder ganz anders aus.

Die Flut war sehr hoch, man kann es an Borkums „Premiumstrand“ erkennen.

Im mittelrechten Bildhintergrund siehst du ein Gestell aus den Wellen ragen – es gehört zu einer Surfschule, die man normalerweise auch bei Flut trockenen Fußes erreicht.
Als Standard-Festländer wundert man sich dann natürlich, woher auf einmal das ganze Wasser kommt, „normalerweise“ ist es ja auch nicht da?
Sei getrost, ich habe die Lösung mithilfe meiner präzisen Beobachtungsgabe herausbekommen.

Leere Gießkanne = Wasser ausgeschüttet.

Leider war es zu spät zu ermitteln, wer für den Unfug verantwortlich war.

Fernweh

konturlos bis 74

Bei blauem Himmel kann fast jeder „schöne“ Fotos machen, aber das ist nichts für mich. Ich will Kontraste, finstere Wolken und eine gewisse Dramatik. Der dritte Inseltag präsentierte sich wolkenverhangen und mit mehr Wind als der vorige; eigentlich gute Zutaten für Gottes Himmelskaleidoskop. Und dennoch war irgendwie noch nicht die richtige Fotostimmung aufgekommen.

Interessante Komposition. Aber nicht das, womit ich die Festplatte meines Handykameraden füllen möchte 😉

Ich war während der Zeit sehr glücklich, nicht dass du denkst, meine Ansprüche seien in allen Bereichen des Lebens so hoch. Kilometerlang bin ich am Strand herumspaziert und habe mich dabei jeden Tag im selben kleinen Areal bewegt. Über große Ziele und damit verbundene Gewaltmärsche wie „geh doch noch mal um Hoge Hörn drumrum“ hatte ich gar nicht erst nachgedacht.
Erfreulicherweise dauerte es nicht bis zum Foto Nr.178, bis ich endlich den ersten „richtigen“ Blick erwischen konnte. Beobachte selbst die Unterschiede zwischen denen oben und diesem.

des Rätsels Lösung: reflektierendes Gegenlicht.
auf einmal ist Dynamik drin, von mir bis zum windgebürsteten Horizont und weiter in den Wolken.

Ab da gab es kein Halten mehr, wie du dir vielleicht vorstellen kannst.

Als ich irgendwann wieder festen Boden unter den Füßen wählte, verzogen sich die Wolken. Auf der Promenade begegnete mir diese Jungmöwe im Stechschritt.

Diese Silbermöwen-Teenies sind Nervensägen. Wenn sie ihre Eltern sehen, betteln sie die ganze Zeit nach Futter und quieken dabei, dass man denkt, irgendwas müsste mal dringend geölt werden.

Weitere Kontraste und Auswirkungen eiliger Luft bekommst du in der Zusammenfassung des vierten Inseltags zu sehen.

Ermutigung

Machtspiele

Es ist wieder Saison für die sirrenden Biester, die harmlose Mitbürger hinterrücks überfallen und stechen und Juckreiz, Rötung, Schwellung und ärgerliche Gedanken über die gefallene Schöpfung hinterlassen.
Ein paar Nächte lang habe ich das hingenommen und über Fliegengitter an den Fenstern nachgedacht. Da ich aber selbstverständlich Blumenkästen habe und die gegossen werden wollen, sind diese Netze eher suboptimal. Man will das Dings ja solide befestigen, dann kann man nicht mehr gießen. Und Erdbeeren pflücken.
Ein paar weitere Nächte habe ich mit „Jesus, kannst du deinen Mücken bitte ausrichten, dass sie mich nicht stechen sollen?“ begonnen. (Wem sollten die Biester sonst gehören? Er hat sie erschaffen!)
Morgens stellte ich fest: Die Mücken haben sicher schon mal besser gehorcht.
Trotzdem bat ich ihn weiter um Hilfe. Vorgestern Abend fing Jesus sein übliches Machtspiel an. „Warum soll ich das den Mücken ausrichten? Das kannst du doch auch.“ Subtext: Vollmacht als Kind Gottes, Joh.5,19 usw, usf
Ich, tief seufzend: „Wie sollten sie auf mich hören, wenn sie dir schon nicht gehorchen?“ Weil er an diesem Punkt nicht zu Diskussionen taugt und ich die These „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ vertrete (du ahnst nicht, wie viele Ohren die Tiere, Pflanzen und Gegenstände haben können! klick, klick, klick), habe ich mein Abendgebet dahingehend geändert, dass ich die Mücken also selbst angesprochen habe.
Die Biester haben definitiv schon mal besser gehorcht!
Aber ich gebe nicht auf. Außerdem hat mich die Recherche zu den obigen Klicks so ermutigt, dass ich einfach weitermachen muss, weil ich ja weiß, dass es geht.
Und außerdem weiß ich wieder, wie lange er diese Machtspiele schon mit mir treibt, irgendwann muss es ja auch damit mal Fortschritte geben.