backen, bauen, Flugzeugfliegen

Ungeahnte Schwierigkeiten mit der Verkehrswende

Denk dir: ich bin von meinem kleinen blauen Wunder aufs verkehrte Verkehrsmittel umgestiegen. Hätte ich mir stattdessen (mal egal mit wessen Geld) einen fett-breit-superschweren SUV zugelegt, der 1,5 Parkplätze braucht und mit seinem Gewicht die Wege und Brücken zerstört, von CO2, Abgas, Feinstaub, verstopften Straßen und sonstigem Gedöns ganz zu schweigen, hätte ich in mindestens einem Punkt deutlich weniger Probleme: der Unterbringung.
Ich könnte das Kfz einfach am Straßenrand abstellen, so wie all die anderen Autobesitzer auch. Anwohnerparkschein rein, keine Knöllchen, wunderbar.

Mit einem E-Bike ist das anders. Das möchte ja trocken stehen, wenn es nicht fährt. Elektro und Wasser mögen sich bekanntlich nicht. Nachdem ich mühevoll im Wohnzimmer im ersten Stock geparkt habe (nein, Hausflur geht nicht und Keller ist unmöglich) und dann die Nachbarschaft abgeklappert, hat mein Vermieter mir übergangsweise ein Plätzchen am Haus, unterm Balkon und am Kellerfenstergitter festschließbar, eingeräumt.

Dann habe ich der Stadt ein großartiges und unwiderstehliches neues Geschäftsmodell vorgerechnet: ich bin ja vermutlich nicht der einzige Radfahrer mit diesem Problem. Wenn sie mal eine Umfrage machen, wer sein fiets noch gerne in so einer Box parken wollen würde (oder den Kinderanhänger, den Rollstuhl, den Tretroller, den Bollerwagen, …), dann entsprechend viele kaufen (bei großer Menge sinkt bekanntlich der Stückpreis) und den Bürgern zu Kosten eines Anwohnerparkscheins vermieten. Auf die Jahre hin rentiert sich das, außerdem kommt Remscheid von seinem fahrradunfreundlichen Image weg und die Lebensqualitäterä steigt.

Die Quadratur der Wollmilchsau, inklusive Finanzierungsplan.

Wollten sie nicht.

Ich habe angeboten, für meine private Fahrradparkbox einen Anwohnerparkschein zu kaufen, gleiches Recht für alle Straßenrandbenutzer, aber nun argumentiert man mit Sondernutzung des öffentlichen Raumes, und erlauben sie es mir, müssen sie es ja allen erlauben, und das geht erst recht nicht.
Warum eigentlich nicht, frage ich mich, sollnse sich doch mal n bisschen flexibel machen und bürgerfreundlicher werden? Daran ist noch niemand gestorben. Zumindest für Leute, die aufs Auto verzichten, könnten sie ja eine Sondergenehmigung erstellen.

Aber ich bin zu „alt“, zu lange mit Jesus unterwegs, als dass ich mich mit so einer Absage abfinden würde.
Der einzige, der in meinem Leben das Recht hat, Dinge als „das ist so und das bleibt so“ zu definieren, ist und bleibt der, der war und der ist und der bleibt.

Der Högschde.

Der mit den vielen Namen.