alles, was nirgends sonst reinpasst

Der Artikel des Tages

Am 24. Januar 2019 hatte ich den Gedanken, dass es fein wäre, einen Artikel des Tages zu küren, ganz subjektiv, nur nach meinen Empfindungen und Vorlieben.
Ich nahm einen Link von der entsprechenden Seite, aber irgendwas kam dazwischen, der Beitrag wurde nicht veröffentlicht, sondern versauerte im Ordner für Entwürfe.
Heute las ich bei Frau Rausausderaffenfalle eine Kritik zum ARD-Film „Operation Zucker – Jagdgesellschaft“ und gleich war mir klar:

das ist der Artikel des Tages.

Im Entwürfe-Ordner fand ich den damals angefangenen Beitrag mit dem darin abgelegten Link, und rate! Er ist auch von ihr! Damals ging es um Nutte, Hure, Bordsteinschwalbe – Einblicke in das Geschäft mit Sex, die Reaktionen der Christen darauf und viele viele Zahlen rund ums Thema Prostitution.
Auch wenn meine Auswahl subjektiv ist, empfehle ich dir, die beiden Beiträge zu lesen und es dir auf der Zunge zergehen zu lassen, wie in unserem ordentlichen Wohlstands-Deutschländchen mit Menschen umgegangen wird.

alles, was nirgends sonst reinpasst

tragbare Minute

Unten im Hof höre ich den Nachbarn mit seinen Kindern sprechen. Die Haustür steht offen, was die Akustik verstärkt. Dann, von oben, seine Frau: „Hast du mal ne Minute für mich?“ Er ruft ein „Ja“ hinauf.

Spontan ergänze ich in Gedanken: „Soll ich sie rauftragen oder willst du sie hier unten haben?“
Nebenbei bezweifle ich, dass sich was auch immer in einer Minute verabreden lässt. Eine Minute ist ein recht kurzer Zeitraum.

Blöömscher

ornamental voll daneben

ja, man kann gestalterische Mittel bei der Pflege von Grünflächen anwenden und damit schöne Ornamente schaffen. Aber besser nicht mit Rasendünger in einer öffentlichen Grünanlage, die noch dazu zu einer Landesgartenschau gehört. Peinlich.

Deswegen ist es so wichtig, Dünger (ebenso Kalk, Blumenwiesen- oder Rasensamen, …) gleichmäßig zu werfen. Das fängt schon damit an, wie ich die Hand halte und meinen Arm bewege.
Oder halt doch ein Streuwägelchen verwende.

kurioses

wenn ich …

wenn ich groß bin, sage ich gerne, mache ich diesen oder jenen Job und werde damit reich und berühmt. Welcher dieser Job ist, wechselt oft und entscheidet sich meist spontan und nach Begeisterung.
Jetzt habe ich endlich den richtigen Beruf gefunden. Ich werd

Sachverständiger.

Immerhin bin ich in vielen Sachen verständig und werde oft und gerne von anderen Menschen gefragt, wie man ein Hochbeet baut, welcher Burgherr Warburg (Kreis Höxter) gegründet hat und wann, was diese Kästen dort an der Scheunenwand sind, wie viele Arten von Reihern hier leben, was das Aufblinken der lilla Warnleuchte im Auto bedeutet, ob die Bauernrose im eigenen Garten gedeiht (wie sieht die denn aus? Bauernrose ist kein botanischer Name), ob man die Schleuse hier überqueren darf, wo das Grab von der Frau Olvenstedt ist, ob die Beeren giftig sind, was man mit der Moossammlung hinterm Haus machen kann, damit sie wieder ein Rasen wird und wo man bei Firma K. das gewünschte Gut findet, einfach weil ich so kompetent aussehe.
Auf alle diese Fragen antworte ich nach bestem Wissen und Gewissen (teilweise auch mit Absagen: bin ich Kfz-Mechaniker? Frag doch bitte jemanden, der sich damit auskennt!) und danach wenden sich alle Menschen gerne wieder an mich, die Beratung war wohl gut.

kurioses

wenn ich …

wenn ich mich als Schneiderin selbstständig machen wollen würde, würde ich natürlich einen eigenen Stil entwickeln und eine Modelinie entwerfen, wie das immer so schick heißt. Die hauptsächlich verwendeten Farben würden sich auf dem Farbkreis zwischen bläulichem lila und grünlichem Gelb befinden. Mein Label würde

Kaspers Frau

heißen, denn die Redewendung besagt bekanntermaßen: „grün und blau trägt Kaspers Frau“. Warum dabei die Konnotation negativ ist – und wie Kasper zu einer Frau mit so erlesenen Geschmack kommt, weiß ich nicht. Die Frau ist jedenfalls für ihre Farbwahl zu beglückwünschen.

Lesestoff

der Monat, der sechs Wochen dauerte

Das klingt fast wie eine dieser Geschichten, die seit einiger Zeit zuhauf auf dem Buchmarkt zu finden sind. Wie zum Beispiel: Die Analphabetin, die auf den Baum stieg und verschwand (eine hastige Zusammenfassung).
Es ist aber keine Geschichte, eher ein Schuldeingeständnis.

Beim Schreiben eines längeren belletristischen Textes ist das Anlegen eines Kalenders fast unerlässlich. Seit dem ungefähr dritten oder vierten Schreibprojekt beherzige ich das, meist sogar zu einem recht frühen Zeitpunkt. Man verliert sonst einfach zu schnell den Überblick, vor allem, wenn in der Geschichte mehr als drei oder vier Personen mitmischen.
Tzja, und dieser Monat mit den sechs Wochen?
Der ist mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert.
Nun muss ich zusehen, dass ich da wieder Ordnung hineinbekomme, möglichst ohne allzu viel Text zu opfern.
Es hat Ähnlichkeiten mit dem Bau eines Dudelsacks, wo man ja auch eine Ziege nimmt, die Ziege aus ihr herausholt, etc. etc. So nehme ich meinen Monat, schüttele alle Ereignisse aus den Wochen in eine Kiste und sehe zu, dass ich sie sinnvoll unterbringe.
In solchen Momenten frag ich mich oft, ob ich sie eigentlich noch alle hab.