Ermutigung

Aufruf zur Radikalisierung

Als Jesus gefragt wurde, welches das wichtigste Gebot sei, sagte er: „Liebe Gott den Vater mit ganzem Herzen und allem Verstand. Und das zweite wichtigste ist: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Matthäus 22,37 –> zum Bibelserver)

Ich weiß nicht, warum die Christenheit im Großen und Ganzen nur die Hälfte des zweiten wichtigsten Gebots verinnerlicht hat. Nächstenliebe ist bis zur Selbstaufgabe zu leisten, sonst bist du kein guter Christ. Und wer Grenzen setzt und sich Zeit für sich selbst nimmt, während das Gebetstreffen läuft oder der Orga-Nachmittag für den Kigo, bekommt leicht einen egoistischen Anstrich.
Nächstenliebe ist wahnsinnig wichtig, das Christentum würde ohne nicht funktionieren; sie ist der Grundstein der Diakonie. Aber wenn du nach Jesus‘ Maßstäben leben willst, darfst du nicht die Hälfte übersehen.
Ich sprach mit einem Nichtchristen über das Christentum, und er sagte, dass es das ist, was ihn an Christen stört und ihn abhält, selbst Christ zu werden: „So wie die mit sich selbst umgehen, so will ich lieber nicht von denen geliebt werden, Nächstenliebe hin oder her.“
Dieser Nichtchrist hatte mehr Textverständnis als die Christen, die er dabei vor Augen hatte.

Deshalb will ich dich aufrufen, dich selbst zu lieben. Das ist jetzt nicht „ach, na ja … ich bin schon ganz okay, irgendwie“, sondern LIEBE! dich!!

Selbstliebe ist radikal, denn du lehnst dich gegen Ideale auf.
Du kündigst den Vorstellungen der anderen,
–> wie du zu sein hast,
–> wie du zu handeln hast,
–> wie du auszusehen hast.
Und, noch radikaler:
du kündigst deinen eigenen Vorstellungen,
–> wie du zu sein hast,
–> wie du zu handeln hast,
–> wie du auszusehen hast.
Vielfach sind wir ja selbst unser:e schärfste:r Kritiker:in.

Lege deine Kritikerwaffen* ab und werde radikal!
Liebe Gott den Vater mit ganzem Herzen und allem Verstand. Und das zweite wichtigste ist: liebe dich selbst, wie du deinen Nächsten liebst.

*= zum Beispiel die Selbstunzufriedenheit.

Zu dem Text inspirierte mich die Predigt von Michaela.

p.s.: ich begrüße die automatischen Verknüpfungen unterm Beitrag, aber der zur radikalen Gnade fehlt mir.

ja, ich habe einige Minuten drüber nachgedacht, was ich anrichte mit dieser Überschrift.
Liebe Fanatiker, lieber Verfassungsschutz: seid willkommen in der Liebe.