alles, was nirgends sonst reinpasst

Frischer Wind für alte Boote

Ich liebe das Format der „Nordstorys“ des NDR, die nette Menschen, schönes Wetter, den Norden, Wissensgebiete, Landschaften, alte Handwerksberufe und vieles meer vorstellen. Oftmals ist es wie ein Kurzurlaub. Hier habe ich eine besondere Empfehlung für dich: Frischer Wind für alte Boote – Die Welt der Boddensegler von Ahrenshoop bis Zingst

Ich mag halt nicht nur, was dargestellt wird in den Nordstorys, sondern auch wie es gezeigt wird. Kamera, Ton, Recherche etc. leisten hervorragende Arbeit. Und wenn ich eines Tages alle angeschaut habe – fang ich von vorne an.

Fernweh

Sauwetter* im Paradies

Es war Mittwoch, der vierte Inseltag, und ich notierte an diesem Tag:

Irgendwann hat man dann genug drauf gewartet, dass der Regen endlich aufhört und man zum Strand gehen kann – und geht trotz des Regens los.
Und findet auf der leeren Fläche neben viel Wetter nur wenige Menschen, die einen alle freundlich anlächeln, weil sie wissen, dass man die gleichen Kämpfe hatte wie sie, bevor sie losgegangen sind.

Auf dem Weg zum Meer musste ich plötzlich sehr lachen, denn mir fiel die Sache mit den Brennnesseln auf dem Weg zum Paradies ein. Auf dem Weg zum Paradies könnte auch Sauwetter sein, aber lasse ich mich dadurch vom Paradies abhalten?

Niemals.

Sauwetter hin oder her – hey, es ist das Paradies! Mit Jesus zusammen ist ein Sauwetter … ein Sauwetter zusammen mit Jesus. Werden wir halt beide nass bis in die Unterhose, na und?

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* = Sauwetter ist bei mir kein negativ gefärbtes Wort, ich könnte es genauso auch „Starkwetter“ nennen. „Sauwetter“ gefällt mir aber besser. Meist schmücke ich es mit Adjektiven wie wunderschön, prachtvoll etc.

Fernweh

konturlos bis 74

Bei blauem Himmel kann fast jeder „schöne“ Fotos machen, aber das ist nichts für mich. Ich will Kontraste, finstere Wolken und eine gewisse Dramatik. Der dritte Inseltag präsentierte sich wolkenverhangen und mit mehr Wind als der vorige; eigentlich gute Zutaten für Gottes Himmelskaleidoskop. Und dennoch war irgendwie noch nicht die richtige Fotostimmung aufgekommen.

Interessante Komposition. Aber nicht das, womit ich die Festplatte meines Handykameraden füllen möchte 😉

Ich war während der Zeit sehr glücklich, nicht dass du denkst, meine Ansprüche seien in allen Bereichen des Lebens so hoch. Kilometerlang bin ich am Strand herumspaziert und habe mich dabei jeden Tag im selben kleinen Areal bewegt. Über große Ziele und damit verbundene Gewaltmärsche wie „geh doch noch mal um Hoge Hörn drumrum“ hatte ich gar nicht erst nachgedacht.
Erfreulicherweise dauerte es nicht bis zum Foto Nr.178, bis ich endlich den ersten „richtigen“ Blick erwischen konnte. Beobachte selbst die Unterschiede zwischen denen oben und diesem.

des Rätsels Lösung: reflektierendes Gegenlicht.
auf einmal ist Dynamik drin, von mir bis zum windgebürsteten Horizont und weiter in den Wolken.

Ab da gab es kein Halten mehr, wie du dir vielleicht vorstellen kannst.

Als ich irgendwann wieder festen Boden unter den Füßen wählte, verzogen sich die Wolken. Auf der Promenade begegnete mir diese Jungmöwe im Stechschritt.

Diese Silbermöwen-Teenies sind Nervensägen. Wenn sie ihre Eltern sehen, betteln sie die ganze Zeit nach Futter und quieken dabei, dass man denkt, irgendwas müsste mal dringend geölt werden.

Weitere Kontraste und Auswirkungen eiliger Luft bekommst du in der Zusammenfassung des vierten Inseltags zu sehen.

Fernweh

das Nichts – oder eher drei Kamele?

Etwas in mir will diesen prachtvollen und menschenleeren Zustand immerzu „das Nichts“ nennen, dabei ist ja jede Menge da. Wolken, Wind, Wasser, Sand, Pflanzen, Tiere, etc etc etc. Möglicherweise ist nicht alles für mich sichtbar, was da ist. … okay, dann ist Jesus also auch da. Logo.
Es muss ein recht windstiller Tag gewesen sein, sonst hätte ich nicht dieselbe Wolke im Abstand mehrerer Minuten erneut knipsen können. Sie ist aber auch mal eine Hübsche.
Einige Menschen, die ich via Messenger mit digitalen Urlaubsgrüßen bedachte, nannten dieses Bild „Drei Kamele hinter der Düne“. Darauf kann man kommen mit so einem Fitzelchen Fantasie.
Ich mag auch die schlanken Schatten, die der Wind hier angehäufelt hat.
Ein seltener Anblick: ein hochformatiges Foto. Am Meer kommt mir das nicht so oft in den Sinn. Das mit Leben überfüllte sogenannte „Nichts“ kann man hier besonders gut erkennen, finde ich.

Beim nächsten Mal zeige ich dir dann ein paar Fotos vom dritten Inseltag.

Fernweh

Schildkröten und Horizontitis

Diese spezielle Lampe hängt in dem Wohnzimmer, das ich während meines Urlaubs bewohnen durfte. Das Zimmer ist von oben bis unten und an allen Wänden dunkel-petrol gestrichen, was du siehst, ist also keine Fehlfarbe, die das Handy eingefügt hat. Der Wohnzimmerhauptbewohner hatte nach zehn Jahren mit Saisonarbeitsverträgen zwischen lauter weißen Wänden Bock auf Farbe. Zum Glück hat der Raum zwei große Fenster, sonst käme man sich wohl vor wie in einem Schuhkarton.
Ich habe mein Handy noch immer nicht mit einer integrierten Wasserwaage optimiert, das sieht man prima an diesem Foto. Ich nenne das Problem Horizontitis, was absichtlich nach einer Krankheit klingt.
Halte deinen Bildschirm bitte entsprechend schief, sonst läuft ja das ganze Meer aus.
Ich liebe es, wenn das Licht grell und hart wie aus einem Schacht auf die Wasserfläche trifft und alles drumherum dunkel liegt. Es war das erste der Art, das mir im Urlaub gelungen ist. Zum wirklich guten Foto müsste noch mehr Ordnung am Himmel herrschen (nicht so ein Wolken- und Helligkeitsdurcheinander).
Schäfchenwolken, pöh! Hier siehst du, sehr zentral und grau hervorgehoben, eine Schildkrötenwolke.
Das einzige Panoramafoto, das etwas geworden ist. Die anderen sind beim Rendern abgestürzt, vielleicht war zu wenig Platz auf der SD-Karte.
Hier erkennst du besonders eindrücklich die Erdkrümmung. (Das Foto ist nicht an Horizontitis erkrankt: die äußert sich nur schräg und nicht leicht wellig.)
Bereits zu dem Zeitpunkt (erster kompletter Urlaubstag auf der Insel) wusste ich, dass alles im grünen Bereich ist. Das bin nämlich ich: so sehe ich aus.
Das gleißend Weiße sind übrigens meine Füße, die bis dahin kaum einen Sonnenstrahl abbekommen hatten. Eingedenk der Tatsache hatte ich sie kurz zuvor mit Sonnencreme eingeschmiert, sodass sie sogar leicht bläulich wirkten.

Beim nächsten Mal kriegst du ausgewählte Fotos vom zweiten Inseltag zu sehen.

Heiße Liebe!

der Höchste, der Vollmond und ich

Es gibt Momente, da gelingt die Umsetzung vom Bild in meinem Kopf aufs Papier. Wenns der Högschde so will.
Das hier war natürlich auch ein Bild, mit dem er einer anderen Person was sagen wollte; was, zu wem, in welchem Kontext: hab ich vergessen. Tja, weil es halt nicht mein Bild war, musste ich den blauen Traum abgeben, aber ich habe immerhin ein Foto gemacht.

Ich wär jetzt wirklich gern am Strand, gemeinsam mit dem Högschden und seinem hübschen Vollmond.

Garten

die treusorgende Tomate

Wenn eine Tomate etwas länger herumliegt als gut für sie ist, geht zumeist ihre Schale kaputt, sie wird matschig und gammelt. Manchmal bleibt die Schale aber ganz, kurz darauf bilden sich seltsame Pickel, hart und spitz und später grünlich.

Dann weißt du, dass sie mit ihrem Dasein als Frucht abgeschlossen hat und ihre Nährstoffe in eine neue Tomatengeneration investiert. Essen solltest du sie jetzt nicht mehr, die Tomate ist bekanntlich ein Nachtschattengewächs, dessen grüne Bestandteile giftig sind. Unter der Schale sieht es nun so aus:

Wenn du etwas tiefer sezierst, siehst du mehr:

Die Tomatenkinder sind schon „richtige“ Pflanzen, mit Blättern, Stiel und Wurzeln.

Um Schaden an den Pflänzchen zu vermeiden, zerlege die Tomatenmutter weiter und setze den Nachwuchs mitsamt den Kernen in ein Töpfchen mit Anzuchterde, sodass die Blätter und ein bisschen Stiel (etwa Blattlänge) noch herausschauen. Aus einer abgeschnittenen PET-Flasche, im Durchmesser etwas kleiner als der Topf, kannst du ihnen ein Mini-Gewächshaus bauen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme sind jetzt sehr wichtig für sie. Gieße behutsam, damit sie nicht zu schnell aufwachsen und dann keinen festen Stängel mehr bilden können.