Kongopost

Kongopost 109

Der Sinn des Lebens.
Dieses Foto schickte Richard mir von unserm früheren Bauprojekt im Zaïre, Internatsräume für 80 Schülerinnen einer Mädchenschule. Um das zu bauen und dem Land zu helfen, hatten wir 1982 unsere Firma aufgegeben, unsere Kinder und alle und alles verlassen.

Was ist aber der Sinn von allen Spenden, von Geld, Energie und Gesundheit, wenn nach kurzer Zeit doch alles nur verkommen ist? Der Kongo ist ja voll solcher Ruinen.
Wenn man hier in Europa aber nur für sich selbst und das Finanzamt sorgt, findet man wohl auch nicht den Sinn und das Glück des Lebens.

Nun hat Richard mir aber ebenfalls das Foto von Elongama geschickt.
Der gehörte damals mal zu unserer Bautruppe und wurde sogar mein Taufpatenkind. Die Taufe scheint ihm aber auf Dauer nicht geholfen zu haben, denn sein Lebenslauf ist noch kaputter als dieses Internat. Er wurde bestimmt von Marihuana, Alkohol, Stehlen, Betrügen, Gewalttaten. Zuletzt wurde er so verletzt, dass er blind wurde.
Wir hatten immer wieder Kontakt, und ich habe ihn nie vergessen können und habe auch schon mal für ihn gebetet. Zuletzt habe ich auch Geld geschickt, damit Leute für ihn sorgten. Einige Male musste er auch ins Krankenhaus.

Aber jetzt hat er Richard gebeten, zu kommen, weil er Geburtstag hat und 60 wurde.
Richard hat gefragt, ob er ihm zum Geburtstag denn eine Flasche Bier schenken soll. Aber Elongama sagte „Nein, komm, wir wollen heute zusammen mal Gott danken!“
Ungläubig ist Richard dahin gefahren, und hat zusammen mit Elongama gebetet. Der hat Gott gedankt, dass er in der kommenden Welt nun bald wieder sehen wird, und zwar zuallererst Jesus, der ihm alles im Leben vergeben und ihn 60 Jahre ge- und ertragen hat.
Dann haben sie mich mit Richards Handy angerufen, und ich habe Elongamas glückliche Stimme gehört, und wie er am Telefon Gott gelobt hat. Und genau in dem Moment wusste ich plötzlich, was der Sinn all unserer Aufregung im Kongo gewesen ist.

Fürs Foto hatte ihm jemand noch das Blümchen in die Hand gedrückt, das er mit seinen blinden Augen aber ja nicht sehen kann.

Gott segne das Internet, das uns so was möglich macht.
Gruß, Peter.

Eigentlich ist die Kongopost nichts anderes als ein Gastbeitrag – ich denk mir das ja nicht aus. (Ich hätte nie genug Fantasie dafür, und ich glaube, das würde mein Kopf auch nicht aushalten.)
Trotzdem bleibt die Kongopost auch in Zukunft ohne das Stichwort
Gastbeitrag.
Wenn du dich selbst ein bisschen dran beteiligen willst, im Kongo die Diakonie voran zu bringen, damit Sonntags nach dem Gottesdienst mehr als Maniok, Fische und Hühner im Sammelkörbchen liegen, nimm dir doch diese Kontoverbindung und lass ein paar europäische Entsprechungen zu Maniokwurzeln rüberwachsen.

Empfänger: Verein Congo-Lisanga e.V.
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