Garten

11 vom 11ten

Hier bekommst du am 11. Mai elf Fotos (na ja, die beiden Kellerregalfotos gelten mal als eins) aus meinem Garten zu sehen. Seit dem überraschenden Februarsommer bin ich dort zugange und zwischendurch sah es eher aus wie im Bauhof. So langsam kehrt aber Ordnung ein und alles blüht und wächst und die meisten der angefangenen Projekte finden ihr Ende.

In verschiedenen Ecken des Gartens ist der soziale Wohnungsbau für Ohrenkneifer und Co abgeschlossen. Fühlt euch wohl, Freunde!

Die Hälfte des Rhabarbers (wir haben zwei) steht in voller Blüte. Lässt man seinen Rhabarber blühen, schmälert das die Ernte*, aber lässt man ihn nicht blühen, kann man sich auch nicht über den mittlerweile 1,50 hohen Blütenstand wundern. Sollte er noch blühen, wenn es wieder wärmer geworden ist, werden die Insekten sich darauf tummeln.
* = die Ernte ist dennoch reichlich, soll er blühen!

Das ist kein Bushaltestellenhäuschen, sondern ein Foliengewächshaus der Marke „Vatter-Eigenbau“. Nächste Woche denken wir uns eine vernünftige Tür aus, unten einfach zu sichern, oben stabil zu befestigen und natürlich zum Aufrollen wie eine Zeltwand.

Hurra, mein Garten hat wieder eine Lupine! Sie ist so klein, dass ich einen Pinn neben sie gesteckt habe, damit ich sie wiederfinde zwischen der raumfordernden Rudbeckia. Ob sie eines Tages blau blüht wie die Lupine vom Spatenspaziergang oder rot wie die Lupine aus dem Blumelädle, wird sich zeigen. Irgendwann. Wenn sie groß ist.

hach, die dicentra spectabilis alba. Sie ist so hübsch. Und sie blüht schon wesentlich üppiger als letztes Jahr, als ich sie beim Staudenausverkauf ergatterte.

Der Hügel steht in voller Blüte, und immer noch haben einige Pflanzen gar nicht angefangen mit ihrem Job, zB die Gladiolen und die Hortensie.
Freund Phloxipopoxi (ganz links) möchte gern die Welt beherrschen und breitet sich entsprechend aus. Die blauen, gelben und lilla-weißen Hornveilchen sind mir irgendwann in A-Laden zugelaufen, 30 Stück für 2,40 – ich konnte sie nicht stehen lassen.

Gleich nebenan wächst die Wildblumenwiese. Ungefähr eine Woche habe ich zum jäten und umgraben gebraucht. Das Einsäen dauerte hingegen nicht sehr lange, auch wenn ich mal wieder im großen Stil aufgetischt habe. Die Mengen- und Flächenangaben auf der Rückseite der Blumentütchen stimmen nie, da sollen viel zu wenig Samen auf viel zu viel Erde gestreut werden. Meine Blumenwiese wird prächtig aussehen!

Ein oder zwei Bux (keine Ahnung, warum der erste so unglücklich aussieht), das Bäumchen ist ein Cotoneaster. Sie waren vor kurzem beim Frisör, besser gesagt war der Frisör bei ihnen. Das Bäumchen kennt das Spiel schon vom letzten Jahr.

Zu meinen ganzen Stauden am Teichufer habe ich noch mehrere kleine Terrassen aus Schieferstücken und Hölzchen angelegt, damit man den nackten Betonrand der Teichwanne nicht sieht. Die meisten der Terrassen sind mit Fingerhut und anderem Grünzeug bepflanzt, das ich anderswo im Garten ausgegraben habe.

Zum Glück bin ich auch mit dem Pflanzen noch lange nicht fertig, reichlich Kandidaten warten darauf, ihren Platz zu finden.

Im Keller ist mittlerweile etwas mehr Ordnung möglich (ja, ich sage absichtlich „möglich“), denn ich habe ein weiteres Kellerregal aufgebaut. Sicher werde ich noch einmal alles ausräumen und die Abstände der Bretter ändern. Ordnung ist ja immer was sehr subjektives.

Garten

die treusorgende Tomate

Wenn eine Tomate etwas länger herumliegt als gut für sie ist, geht zumeist ihre Schale kaputt, sie wird matschig und gammelt. Manchmal bleibt die Schale aber ganz, kurz darauf bilden sich seltsame Pickel, hart und spitz und später grünlich.

Dann weißt du, dass sie mit ihrem Dasein als Frucht abgeschlossen hat und ihre Nährstoffe in eine neue Tomatengeneration investiert. Essen solltest du sie jetzt nicht mehr, die Tomate ist bekanntlich ein Nachtschattengewächs, dessen grüne Bestandteile giftig sind. Unter der Schale sieht es nun so aus:

Wenn du etwas tiefer sezierst, siehst du mehr:

Die Tomatenkinder sind schon „richtige“ Pflanzen, mit Blättern, Stiel und Wurzeln.

Um Schaden an den Pflänzchen zu vermeiden, zerlege die Tomatenmutter weiter und setze den Nachwuchs mitsamt den Kernen in ein Töpfchen mit Anzuchterde, sodass die Blätter und ein bisschen Stiel (etwa Blattlänge) noch herausschauen. Aus einer abgeschnittenen PET-Flasche, im Durchmesser etwas kleiner als der Topf, kannst du ihnen ein Mini-Gewächshaus bauen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme sind jetzt sehr wichtig für sie. Gieße behutsam, damit sie nicht zu schnell aufwachsen und dann keinen festen Stängel mehr bilden können.

Garten

Gartennotizen

  • energischer gegen Tomaten wehren.
  • Gewächshaus abmontieren. Die Bude ist kaputt, zwei Platten hängen lose im Alugestänge. Dachfenster wegen der Folie auf dem Dach (als Regensicherung) nicht mehr zu öffnen = Backofen mit Tageslicht.
  • Aus den Einzelteilen ein Foliengewächshaus an des Nachbars Schuppenrückwand bauen, Tiefe wie das Beet, Breite … ma kucken. Nachbar fragen wegen Befestigung.
  • Restliche Einzelteile bei ibäys kleinen Anzeigen verticken. Oder zum Altmetallhändler.
  • Rudbeckia in die Schranken weisen, mit Rhizomsperre oder Spaten
  • Freilandgurke Bidretta
  • kein Kohl mehr – die Raupen im Kohlrabi waren echt zu eklig
  • für Dreifelderwirtschaft dritte Kürbis/Kartoffelvariante ausdenken
  • an die Stelle vom Gewächshaus ein neues Hochbeet bauen
  • wieder Snackpaprika, sehr ertragreich! (die als einzige im Foliengewächshaus bleiben nach Anzucht all der anderen)
  • anständigen Gartenplan machen für Gartenhüter in der Urlaubszeit
  • bis Ende April Hochbeete ausleeren (Moos etc. in den Müll!), innen Karnickeldraht befestigen, darüber neues Vlies
  • richtige Lehren ziehen aus eins, zwei, drei Gartennotizen!
  • die meiste Lysimachia nummularia vom Hügel entfernen
  • die meiste Lysimachia punctata aus dem restlichen Garten entfernen
  • am Teichufer fertig werden
  • mit Bergenia und Carex weiterkommen

aber, stell dir vor, das Hortensienbeet ist neulich fertig geworden!

nächstes Jahr werden sie alle trotz grobem Rückschnitt begeistert Blätter machen und dunkelrosa bis blaulila Blüten, denn die Erde ist schön sauer, sie haben Dünger und viel Licht und werden gelobt für Fortschritte.
Sowas ist ja auch sehr wichtig

Blöömscher

die kleine Zimmergärtnerei

Schon lange mussten meine beiden alten Clivien (Mutter und Tochter, aber ich kann nicht mehr bestimmen, wer älter ist) mal umgetopft werden. Allerdings hatte ich keine Lust, einen noch größeren Bottich zu besorgen, irgendwann steht meine Wohnung voller schwerer Blumenkübel und was, wenn ich noch mal umziehe oder die Pflanzen kaputt gehen? Wer soll die dann runter tragen?
Irgendwann aber drängelten die Clivien derart, dass es zu eng sei im Topf (warum hatten sie dann noch fünf Kindel gemacht, das weiß eine Pflanze doch? selbst schuld), dass ich dem Gejammer nachgab. Ich habe drei Yucca, ebenfalls DNA-gleich, in einem recht großen Kübel und hatte gehört, dass die Palmen gerne eng zusammen stehen. Was lag näher als die beiden Töpfe zu tauschen?
Da siehst du die grünen Mitbewohner im noch sauberen Wohnzimmer.

Zuerst nehme ich eine Menge Erde aus dem viereckigen Kübel. Das geht ganz gut, da ich die Yucca eine Weile nicht gegossen habe. Dann ein kräftiger Ruck – ähm, wie halte ich mit zwei Händen drei Palmen fest? Ziemlich viel Erde landet auf dem Boden, bevor ich sie da raus habe. Die Wurzeln haben sich zu einem Geflecht verbunden, trotzdem kippt ständig die eine um, die ich gerade nicht festhalte. Natürlich passen sie nicht in den extra bereitgestellten Eimer! Und nein, sie wollen auch nicht ohne Topf stehen bleiben!
Hingegen ist die Clivie kaum aus ihrem Topf zu bekommen, obwohl keine Wurzel unten raus gewachsen ist. Dafür fällt nur wenig Erde auf den Boden (Kunststück, es ist kaum noch welche drin) und sie steht alleine.

Jetzt, wo die Töpfe leer sind, habe ich doch Zweifel an meinem Plan. Der viereckige ist sehr viel größer und der runde für drei Yuccas recht eng. Aber den ganzen Dreck umsonst im Wohnzimmer verteilt haben? Niemals! Weiter im Plan.
Ich versuche die drei jüngsten Clivienkindel mit Wurzeln zu entfernen, um Freunde mit neuen Zimmerpflanzen zu beglücken, aber keine mag sich von den zwei großen und zwei etwas kleineren trennen. Also mache ich kurzen Prozess (mit dem Messer). Ich hoffe, da wächst nicht sofort was nach. Mengenweise Erde schütte ich in den neuen Kübel, richte die Clivie aus, ziehe sie höher, damit Erde auch unter den Wurzelballen gelangt, korrigiere rundum den Abstand zur Kübelwand, noch mehr Erde, noch mehr und noch mehr. Endlich ist der Bottich voll und die Cliviengesellschaft steht stolz im neuen Domizil.

Nun zur Yucca. Sie verweigert sich nicht nur dem oben erwähnten Eimer, sondern auch dem neuen Topf. Ich schneide alte Wurzeln ab, bis sie rein passt. Erde drunter, Erde drüber – he, wieso ist jetzt die Erde alle? Wie kann das gehen? Die Menge und Größe der Töpfe sowie die der Pflanzen ist doch gleich geblieben!

Ein in Griffweite liegender Draht und ein dicker Stein halten die Palmen in Position. Ich gehe in den Keller, um den halbvollen Sack Blumenerde zu holen, der da steht, seit ich im Mai den Kübel vorm Haus gefüllt habe. Gut, dass ich ihn nicht in den Garten mitgenommen habe!
So kommt die Yucca zu einem sehr seltenen Genuss: frische Blumenerde! Sonst kriegt sie immer nur die Reste, wenn ich zB eine Pflanzschale geschenkt bekomme und die Blümelein als erste Amtshandlung in separate Töpfchen setze (diese Floristen, ein Pack! sie achten nicht auf die Bedürfnisse der Pflanzen, sondern kombinieren sie nach Blütenfarbe oder anderen Kriterien). Genauso habe ich auch schon viel Erde entnommen, wenn eine Pflanze mal Bedarf hat.

Nun stehen sie beide wieder glücklich in meiner Wohnung rum.

Sauber gemacht hab ich inzwischen auch.

Garten

rosige Zeiten

Die Rose war schon vor mir im Garten. Sie kam als kleines Röslein in einem Blumentopf in den Haushalt der Grundstücksbesitzer und wuchs darin eine Weile herum, und weil der zu klein wurde, stellte man sie ans Beet, wo sie hin sollte – und vergaß das Einpflanzen, wie es manchmal so kommt. Irgendwann kippte ein Wind den Topf um,  und da wuchs sie anders weiter. Noch später wurde sie dann doch eingepflanzt, und vielleicht bekam sie einen Stab. Das ist lange her.

Im Frühjahr buddelte ich links und rechts und unter ihr herum, um die pflanzliche Raumforderung namens Topinambur loszuwerden, die darunter und drumherum wucherte. Im Sommer sägten die Nachbarn die Hecke ab, die ihr Windschutz geboten hatte. Resultat: sie kippte schon wieder um. Ich wollte sie aufrichten, aber erst den restlichen Topinambur entfernen. Der Sommer war heiß, im Herbst hatte ich fiese Depressionen, das Projekt kam ins Stocken.

Weil neulich ein erster Nachtfrost angekündigt war, baute ich ihr im letzten Tageslicht eines ausgefüllten Gartentages ein provisorisches Rosen-HochTief-Beet inklusive Gitter (wie sonst willst du das nennen?), um ihre Veredelungsstelle vor der Kälte zu schützen. Die Schneeglöckchen, die schon wegen dem Topinambur aus dem Beet gescheucht worden waren, setzte ich am nächsten Tag dekorativ oben drauf, nachdem ich die Trockenmauer noch um eine Runde erhöht hatte.

Es sieht jetzt gerade so aus, als würde aus dem Provisorium eine dauerhafte Einrichtung, da der Rosenbesitzerin diese Art von Kübel gut gefällt.
Wahrscheinlich werde ich aber bei nächster Gelegenheit alte Backsteine besorgen (Beziehungen, Beziehungen) und das Türmchen damit noch mal schichten. Die sehen erstens hübscher aus und zweitens kann ich die grauen Betonsteine besser für Beeteinfassungen und Rasenkanten nutzen.
Im Frühjahr werde ich die prachtvolle, dunkelrote (und recht stachelige) Gartenfreundin ein bisschen in Form bringen.

guggel ma: Veredelungsstelle (und warum das Dings vor Kälte schützen), Topinambur, Raumforderung, Trockenmauer 🙂

Blöömscher

umtriebige Gesellschaft

Den Zusammenhang zwischen meiner psychischen Gesundheit und dem Zustand meiner Pflanzen hatte ich schon im alten Vorgarten mal erwähnt. Im Oktober ist das wieder passiert. Die Depressionen haben mich gerüttelt und geschüttelt und ich war zu sehr wenig in der Lage. Deswegen dauerte ja auch der großartig angekündigte Vorgarten-Umzug so lange.

Eine Weile hatte ich meine Phalaenopsis nicht genauer angesehen, nur nach Gefühl Kleinstmengen Wasser hineingegeben und öfters mal gesprüht. Offensichtlich ist das gar nicht schlimm für sie. Hier kannst du die treibende Kraft im Orchideenfenster ansehen. Es ist, als wollte sie mir Mut machen, dass der Weg aus der Krise bald geschafft sei.

(zugegeben, die neuen Triebe kann man nicht immer gut erkennen. Manche sind noch sehr klein.)

Diese acht von insgesamt elf Phalaenopsis wollen mir demnächst ein Blütenfest im Spätherbst bereiten, wenn das keinen Auftrieb verschafft!

Garten

Acanthus hungaricus

Die Pflanze aus meinem Profilbild ist der Acanthus hungaricus (auch: Balkan-Bärenklau).
Er steht seit langer Zeit in meinem Garten, aber niemand wusste seinen Namen – oder woher er gekommen war. Ich vermute per Luftfracht. Neulich habe ich aussagekräftige Fotos an einige Staudengärtnereien geschickt und die kannten diese eindrucksvolle Staude natürlich.
Sehr viel Wissenswertes kannst du hier nachlesen.

Vielleicht hast du ja auch so einen „Spezialfall“ im Garten, dessen Namen du nicht weißt? Schick mir doch mal ein paar Fotos … ähäm, sobald ich die Kontaktseite fertiggestellt habe …