Garten

damit bloß keiner wegläuft

Das ist mit Sicherheit nicht die schönste Bruchsteinschichtung – aber es ist meine erste. Du darfst applaudieren.

Die Gartennachbarin brachte diese Pflanze mit, „Eine Tellerhortensie. Aber D. kriegt sie nicht zum Blühen und ihre Mutter auch nicht.“
Ich brauchte nur einen Blick auf die Streikende zu werfen und wusste, warum sie nicht tut, was eine Tellerhortensie tut: sie ist keine.

Weil ich den Wurzelballen der Hydrangea petiolaris nicht komplett auseinander rupfen wollte und an ihrem „Wunschstandort“ kein Loch graben konnte, denn da steht der Eschenahorn, habe ich wieder mal einen immobilen Kübel geschichtet. Hier aus Bruchstein, denn der ist rund um den Teich reichlich vorhanden.
Steine vom alten Unkrautvlies runter, Giersch drauf und drunter weggerupft, Boden begradigt, neues Vlies ausgelegt (beim Kelleraufräumen vergangenen Freitag haben wir allerhand Brauchbares gefunden), ein X geschnitten, Horti drauf, Zweige zusammen gebunden, SteinesteinesteineErdeDüngerTorfSteinesteine, Handfeger für den Fototermin, am Schluss die Hydrangea reichlich gegossen und dabei den Pflanzsegen ausgesprochen.

auch Pflastern ist eine Kunst!

Die Erdoberfläche im „Kübel“ ist mit Schiefersplittern bedeckt, irgendwo hab ich gehört, dass sei gut für Hortensien. Natürlich soll man das Zeugs eigentlich ins Pflanzloch geben, aber dafür wars schon zu spät.
Morgen wird Horti ein bisschen zurechtgestutzt und sinnvoll zum Baum geleitet. Hoffentlich kümmert sich am nächsten Gartensamstag jemand anderes um die restliche Fläche mit Steinen, Vlies und Giersch. Ich hab keine Lust mehr auf die Plackerei.

Garten

Rosenhochtiefbeet

Man erinnere sich an das Rosenhochtiefbeet, das ich in einer heraufziehenden kalten Nacht um eine Rose herum schichtete. Bereits dort hatte ich ja den Plan gefasst, anstelle des Provisoriums „irgendwann“ einen dauerhaften und ordentlichen Kübel zu machen.
Das zeitlich nicht definierte „Irgendwann“ nahm einen außergewöhnlich zielstrebigen Verlauf. Über meine weitreichenden Kontakte konnte ich gut 20 Backsteine locker machen (neijen!, nicht aus einem bestehenden Gebäude!!), genug, um endlich mal den Kofferraum zu pflastern. Ich mag dieses warm-rote Bodengefühl, es erinnert mich an Urlaube an der Nordsee.

hast recht, das geht ordentlicher

Aus Gründen des Bremsweges habe ich sie schließlich aus dem Kofferraum genommen und angefangen, den Rosenkasten im Stein-Stilmix vorsichtig abzubrechen, damit die Herde der Schneeglöckchen nicht in Unruhe gerät. Schneeglöckchen sind nicht gern alleine, das merkst du sofort, wenn du welche siehst. Aber sie sind leicht in Aufruhr zu bringen, erschrick sie bitte nicht.

Hier ist der Kasten schon ferdsch. Ich wollte ihn ja zuerst wie seinen Vorgänger rund machen, aber dafür waren die Steine zu lang (bzw. es hätte ein sehr großer Kringel werden müssen und dafür hatte ich nicht genug Steine).
Ich hoffe, dass ich endlich auch den restlichen Topinambur erwischt habe!
Und die Brombeeren in diesem Beetabschnitt. Und die Brennnesseln! Und all die anderen, die schneller wachsen als ihre erwünschten Beetnachbarn.

Garten

rosige Zeiten

Die Rose war schon vor mir im Garten. Sie kam als kleines Röslein in einem Blumentopf in den Haushalt der Grundstücksbesitzer und wuchs darin eine Weile herum, und weil der zu klein wurde, stellte man sie ans Beet, wo sie hin sollte – und vergaß das Einpflanzen, wie es manchmal so kommt. Irgendwann kippte ein Wind den Topf um,  und da wuchs sie anders weiter. Noch später wurde sie dann doch eingepflanzt, und vielleicht bekam sie einen Stab. Das ist lange her.

Im Frühjahr buddelte ich links und rechts und unter ihr herum, um die pflanzliche Raumforderung namens Topinambur loszuwerden, die darunter und drumherum wucherte. Im Sommer sägten die Nachbarn die Hecke ab, die ihr Windschutz geboten hatte. Resultat: sie kippte schon wieder um. Ich wollte sie aufrichten, aber erst den restlichen Topinambur entfernen. Der Sommer war heiß, im Herbst hatte ich fiese Depressionen, das Projekt kam ins Stocken.

Weil neulich ein erster Nachtfrost angekündigt war, baute ich ihr im letzten Tageslicht eines ausgefüllten Gartentages ein provisorisches Rosen-HochTief-Beet inklusive Gitter (wie sonst willst du das nennen?), um ihre Veredelungsstelle vor der Kälte zu schützen. Die Schneeglöckchen, die schon wegen dem Topinambur aus dem Beet gescheucht worden waren, setzte ich am nächsten Tag dekorativ oben drauf, nachdem ich die Trockenmauer noch um eine Runde erhöht hatte.

Es sieht jetzt gerade so aus, als würde aus dem Provisorium eine dauerhafte Einrichtung, da der Rosenbesitzerin diese Art von Kübel gut gefällt.
Wahrscheinlich werde ich aber bei nächster Gelegenheit alte Backsteine besorgen (Beziehungen, Beziehungen) und das Türmchen damit noch mal schichten. Die sehen erstens hübscher aus und zweitens kann ich die grauen Betonsteine besser für Beeteinfassungen und Rasenkanten nutzen.
Im Frühjahr werde ich die prachtvolle, dunkelrote (und recht stachelige) Gartenfreundin ein bisschen in Form bringen.

guggel ma: Veredelungsstelle (und warum das Dings vor Kälte schützen), Topinambur, Raumforderung, Trockenmauer 🙂