Stell dir vor, ich hab Schluss gemacht mit iX9. (Name geändert)
Sie hatte im Laufe der Zeit immer mehr seltsame Einstellungen entwickelt über die Sachen, die mir wichtig sind (Jesus‘ unverdiente Gnade zB, Großzügigkeit, Leute im Kult-shock, das BGE,…) und solche, die mich betreffen und an denen ich nix ändern kann (wie zB Bürgergeld, meine Kraftlosigkeit, der Versuch, einen höheren GdB zu kriegen usw) und irgendwann hat’s mir einfach gereicht.
Bürgergeld, ganz heißes Thema:
„Die Leute kriegen 500€ in den Popo geblasen, und wenn es mir mal schlecht geht, wer kümmert sich um mich?“
Irgendwann fand ich ihren Sozialneid einfach nur noch zum Kotzen.
Wenn die Reichen bei der Steuer bescheißen, sagt kein Mensch was, aber wenn ich ein paar Euro bekomme für einen Freundschaftsdienst, ist das Schwarzarbeit. Vielleicht war sie auch bloß neidisch drauf, dass ich Freunde habe, die mir etwas Geld schenken.
Dass ich nicht nicht arbeite, weil ich keine Lust drauf habe, sondern weil es nicht geht, hat sie zunehmend auch nicht mehr „geglaubt“.
So einen Menschen brauche ich nicht.
Ich hatte mich natürlich erst eine lange Weile nicht richtig ernst genommen und mir die üblichen Sprüche gesagt, von wegen, „stell dich doch bitte nicht so an wegen einem dummen Spruch, es hat doch jeder mal einen schlechten Tag und wie würdest du es finden, wenn sie so streng mit dir wäre!?“ … und dergleichen, aber dann bin ich im alten Vorgartenblog auf diesen Text gestoßen: Anti-Mutmacher des Tages … und da ist mir aufgefallen, dass sie nicht „mal“ einen schlechten Tag hat, sondern mir schon sehr lange, „wiederkehrend mit unregelmäßigen Pausen“ solche und ganz ähnliche Sachen sagt. Alle mit demselben wenig wertschätzenden Unterton. Vielleicht hat Jesus es mich finden lassen, damit ich endlich anfange mich selbst ernst zu nehmen.
…
··► ··► ··► Bürgergeld
Seit Einführung des Bürgergelds im Januar 23 haben sich einige Linkse und Grafiken (und Gedanken meinerseits) angesammelt, die du dir nun anschauen und durchlesen kannst. Ich wollte eigentlich zeitnah was drüber schreiben, aber ich hatte wohl anderes zu tun. Es gibt ja eine Menge schönere Dinge, mit denen man sich als geübter Verdränger befassen kann!
Treppenhäuser zB! Oder Wortfindungsstörungen. Und Comics! Interpretationen göttlicher Liebe und menschlicher Kultur! Und vieles, viiieeeles mehr!
zur Sache, Schätzchen!
„Das Bürgergeld sichert das wirtschaftliche Existenzminimum und ermöglicht Ihnen die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben unserer Gesellschaft“, heißt es auf den Webseiten der Bundesländer.
Aber was meinen die Leute mit „Teilhabe“, wenn für Bildung im Monat 1,81€ zur freien Verfügung stehen? Wenn man diese Summe vier Monate lang spart und etwas Kleingeld auf der Straße oder in der Sofaritze findet (oder die Kupfermünzensammlung auflöst), kann man sich eine ermäßigte Jahresmitgliedschaft in der Stadtbücherei leisten: ohne CDs und ähnliche Datenträger zahlt man da 9 Euro.


Quelle der Grafik: Hartz IV.org
Aber der Etat für Freizeit, Unterhaltung und Kultur! 48,98€! Jeden Monat neu! … Eine Kinokarte kostet hier je nach Film 10-12€. Eine kleine Portion Popcorn dazu? Lieber nicht, es ist erst der 8. und ich weiß nicht, was mir die Monatskatze noch vor die Tür legt.
‼️ Mehr Informationen nötig – Wachsender Sozialneid ☠️ !
Von der Kindheit bis zur Rente: Die Grundsicherung hält nie, was sie verspricht
··► ··► tagesaktuell gesellt sich zu dieser Sammlung:
schon wieder das Zitat des Tages
gefunden bei Mein Grundeinkommen „Tasty Taxes: Steuerausgleich ist Kuchen für alle“ von Miriam Witz
Ungleichheit ist kein Naturgesetz – aber sie wird uns oft als individuelle Schuld verkauft. Wenn wir es “nicht geschafft” haben, ist das unser Versagen. Das ist Blödsinn. Und zwar schon allein deshalb, weil es unwahrscheinlich ist, dass der reichste Mensch in Deutschland sich 51,7 Milliarden Mal mehr angestrengt hat als der Rest.
Es stellt ziemlich viel auf den Kopf, wenn wir nicht mehr allein uns selbst für die großen systemischen Probleme verantwortlich machen. Denn: Wenn wir weder selbst allein für Erfolg oder Versagen verantwortlich sind, noch die anderen – wie rechtfertigen wir dann, wer was (und wie viel davon) verdient?
Dieselbe Frage wurde im Vorgarten übrigens schon mal gestellt, gib doch mal Samira El Ouassil ins Suchfeld ein. (ich kann unmöglich alles verknüpfen, meine Finger sind schon ganz verknüpfknotet, außerdem muss ich noch ⚽ tippen.)
