Nachdem es mit der Brieffreundschaft von Jan van Aken und dem Obersten aller bayuwarischen Weißwurstesser nicht geklappt hat, versuch ich es mal mit Lars Klingbeil, da er mir viel sympathischer ist als der vorvorige Finanzminister. Immerhin: er hat noch kein einziges Mal auf meiner „…müsste dringend zurücktreten“-Liste gestanden!
Genug der Vorrede, Papier und Stift raus und los!
Sehr geehrter Herr Finanzminister Lars Klingbeil,
die ganze neue Diskussion um die „grünen Brennstoffe“ ist, auf deutsch gesagt, großer Quatsch.
Denken Sie doch bitte mal nach: gibt es das wirklich? Verbrennen ohne CO2?
Nicht einmal Holz als Heizmaterial ist klimaneutral, denn es wächst nicht so schnell nach wie es verbrennt – und Holz (a.k.a. Wald) hat vorher wenigstens gut ausgesehen.
Die Abschaffung der Regeln zum Heizungstausch und die geplanten Vorgaben zur Beimischung von vermeintlich „grünen Brennstoffen“ untergraben den Klimaschutz im Gebäudesektor und führen zu einer massiven finanziellen Belastung von Verbraucher:innen.
Deshalb appelliere ich an Sie, Herr Klingbeil:
Deutschland muss, muss, MUSS endlich seine Klimaziele einhalten!
Schon jetzt hinkt der Gebäudebereich beim Klimaschutz mächtig hinterher. (Und der ist leider nicht der einzige…)
Es braucht einen Modernisierungsschub, damit Gebäude zukunftsfest werden. Dazu gehört: Heizen mit Erneuerbaren muss gestärkt statt geschwächt werden.
Außerdem hoffe ich auf Sie, dass Sie die Wärmewende sozial ausrichten! Besinnen Sie sich der ursprünglichen Ideale der Sozialdemokraten und kehren Sie dem Wirtschaftsliberalismus den Rücken. Sie sind doch kein „Genosse der Bosse“, Herr Klingbeil, eigentlich waren Sie doch in die SPD eingetreten, um es besser zu machen, oder?
Die Politik darf Menschen nicht in die Heizkostenfalle laufen lassen. Mieter:innen müssen vor stark steigenden Heizungsrechnungen und hohen Umlagen für Sanierungen geschützt sowie Haushalte mit geringem Einkommen beim Umstieg auf erneuerbare Heizungen finanziell unterstützt werden.
(Stellen Sie sich nur vor, all diese Menschen gingen zum Heizkostencheck der LINKEN und holten sich ihr Geld – und ihr Recht – zurück. Was würden dann die Wohnkonzerne tun?
Die LINKEN würden jedenfalls Kapital daraus schlagen, die ollen Antikapitalisten, und eine Landtagswahl nach der anderen gewinnen, denn sie sind sozialer und demokratischer als die Sozialdemokraten. In dem Fall sollten Sie schon mal überlegen, mit wem sie da am liebsten in Koalitionsverhandlungen gehen.)
Zur neu ausgerichteten Wärmewende gehört unbedingt:
Heizen darf nicht zum Luxus werden. Brennstoffe wie Biomethan oder Wasserstoff sind nicht in ausreichendem Maß verfügbar. Eine verpflichtende Beimischung führt zu Preissteigerungen beim Heizen und mehr klimaschädlichen Emissionen. Davon hat langfristig niemand was, und langfristiges Denken ist jetzt echt mal dran in der Bundesregierung.
Nehmen Sie diese Pläne vom Tisch. Anstelle eines Geschenks für die Gaswirtschaft auf unsere Kosten brauchen wir endlich wirksamen Klimaschutz, klare Regeln zum Umstieg auf erneuerbare Heizungen und effektiven Schutz für Verbraucher:innen.
Mit freundlichem Gruß aus dem Bergischen Land,
Vorgärtnerin 🌷
☀️+🌬️=💚
Wenn dich das an deine alten Brieffreundschaften erinnert und du dich und deinen Erfolg mit mich und meinen Erfolg¹ messen willst, darfst du na-tür-lich! deinen eigenen Brief verfassen:
¹ äh, Dativ, Akkusativ?
Kappes, mer losse dä Dom in Kölle un all die Rejeln im Jrammatikbuch
Suche die virtuelle Seite des Bundes für Natur und Umwelt (BUND) auf.
„Die Bundesregierung plant ein dreistes Geschenk an die Gaslobby. Damit sabotiert sie den Klimaschutz und riskiert explodierende Heizkosten. Noch haben wir die Chance, sie aufzuhalten. Appellieren Sie mit uns an die Bundesregierung, damit Heizen nicht zum Luxus wird!“
Im Folgenden kannst du dir aussuchen, wem du deine Aufmerksamkeit widmen willst:
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
Bundesumweltminister Carsten Schneider
Bundesbauministerin Verena Hubertz
Finanzminister Lars Klingbeil
Justizministerin Stefanie Hubig
Bundeskanzler Miedrich Frerz
Ich habe die Namen jetzt absichtlich nicht verknüpft, denn wenns eine Weiterleitung ist, darf ich es nicht so bunt treiben. Man sieht nix davon. Außerdem willst du ja sowieso jetzt zur virtuellen Seite des Bundes für Natur und Umwelt, da dacht ich, ich spar mir das. Dort gibt es übrigens auch vorformulierte Briefe, falls dir die freie Wortfindung nicht so liegt.
