kurioses

wenn ich …

wenn ich eines Tages eine Band gründen wollen würde, gäb es eine Bigband oder Ska (oder Balkanbeats – immerhin beginnt hier in Lennep die Balkantrasse) mit Blaskapelle und allem Zipp und Zapp. Mindestens ein Bandmitglied müsste aus Barmen kommen, idealerweise ein Trompeter, da ich das Instrument nicht selbst beherrsche. Die Band würde ich

Engelstrompete

nennen, wobei es kein Ausschlusskriterium wäre, wenn der Trompeter nicht Friedrich mit Vornamen heißen würde.
Unsere erste Tournee würde uns nach Bremen, vielleicht Stuttgart und Augsburg, sicher nach Berlin, Köln, Manchester (dort nach Chorlton-on-Medlock), London, Leeds, Paris und viele andere interessante Orte bringen.
Wir würden reich und berühmt und na-tür-lich unsere geografische und soziale Herkunft nie vergessen.

Auf all diese Dinge bin ich nur gekommen, weil ich über die Engelstrompete nachgedacht habe.
Direkt nachvollziehbar, oder? Ich mag Engel, Engelist bin ich nicht.

alles, was nirgends sonst reinpasst

Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage.

Was wird passieren, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun?
Das kann sich keiner genau vorstellen, weil es von einer Vielzahl von Faktoren abhängt. Unsere schöne Erde wird allerdings die längste Zeit ein lebenswerter Ort gewesen sein.
Auf nüchterne Weise wird das im Artikel der ZEIT illustriert.

Das BildungsserverWiki hat außerdem einige gute Grafiken, die die Auswirkungen hier in Nordwesteuropa rund um die Nordsee verdeutlichen.

Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage. Es bringt nichts, ihn zu leugnen.

Blöömscher

gräslich

Der Herbscht brachte mir Gräser ins Haus, Frischgrünes Zypergras Cyperus eragrostis.
Weil wie üblich nicht viel Platz ist in meinen vier Wänden (und ab Oktober sowieso nicht, weil dann die Amaryllis-WG vom Außenfensterbrett ins Treppenhaus umzieht, was jedes Jahr eine grüne Völkerwanderung zur Folge hat), habe ich sie in zwei Töpfen untergebracht und im Wohnzimmer ans Westfenster gestellt, wo sie mir zusammen mit Rufus dem Bärtigen eine Sichtschutz-Hecke bilden. Von April bis Oktober stehen da Erdbeeren, außen natürlich, aber dann kann ich das Rollo nicht runterlassen, das ist im Spät- und Frühjahr zu kalt. Die Erdbeeren vegetieren dann im Garten weiter. (Neenee, wenn ich Völkerwanderung sage, sind das nicht zwei Pflanzen, die den Standort wechseln…)

Ich bin kein ausschließlicher Sukkulentenfreund, aber die sind es in der Hauptsache, die sich in den letzten Jahren bei mir durchgesetzt haben – neben etlichen Phalaenopsis. Alles Pflanzen, die tendenziell nicht so nah am Wasser gewachsen sind. Luftfeuchtigkeit ist okay, aber die Gießkanne brauchen sie nicht so. Da muss ich mich jetzt richtig dran gewöhnen, dass die Papirossi gerne in einer Pfütze stehen möchten.
Eigentlich sind sie nichts fürs Wohnzimmer, aber draußen kann ich sie ja auch nicht lassen.

Anspruchsvoll hin oder her, sie sehen wunderschön aus.

Kongopost

Kongopost 106

Wer kleine Brötchen backen muss, soll sie auch verkaufen.

Diese roten Eimer mit Wasserhähnchen kann man seit der Ebola-Epidemie in Mbandaka kaufen.

Lehrerin Mado, die ja Medizin studierte, wollte jetzt unbedingt solch ein Ding haben, damit die Kinder die Hände waschen, wenn sie vom Klo kommen.
Diese Straßenkinder fanden es wirklich toll, sich mal die Hände zu waschen, und sie haben sich dermaßen über das Wasser aus einem Hahn gefreut, dass es sogar einige Leichtverletzte gab.
Also die Waisenkinderschule läuft wunderbar.
Problem ist, wie überall im Kongo: „Was machen diese Schüler denn dann später mal mit ihrem Wissen?“ Nur ein paar wenige Kinder konnten mal eine Arbeit finden.

Pastor Jérémie hatte einen Traum von Gott, worin er eine Bäckerei sah, wo er Arbeitsplätze schaffen könnte. Gleich schickte er mir einen Kostenvoranschlag über eine Bäckerei, und ich war sofort dagegen und hab gesagt: Backt ihr erst mal wie alle anderen, dann sehen wir, ob ihr denn überhaupt backen könnt. (Bei Pastoren muss man ja immer misstrauisch sein.)

Jérémie war erst mal eingeschnappt, aber bald fand er einen alten Ofen und reparierte ihn. Er kaufte für 70 € Brennholz, Mehl, Zucker, Salz und Hefe. Zwei Monate lang backten er und Mama Vijini schon Qualitätsbrot, das zwei Mädchen für 74,5 € täglich verkauften. Das läuft, und Marie José 12, und Mirina 15, sind glücklich engagiert.

In Mathe waren sie so gut, dass sie auch keiner eben mal leicht betrügen kann. Die eine balanciert ihr Brot auf dem Kopf durchs Dorf, und die andere hat einen festen Verkaufstisch.
Mama Vijini bekommt 40 und die beiden Mädchen je 30 € im Monat. Das ist viel, wenn man vorher gar nichts hatte. Natürlich dürfen sie auch von ihrem Brot was essen.
Viele bewerben sich um solch eine Arbeit, und Jérémie träumt jetzt schon, irgendwo eine Filiale gründen zu können. So etwas muss aber ganz alleine da vor Ort langsam wachsen, und das am besten fast ganz ohne europäisches Geld.
Das alles verändert in diesem Land voll finsterem Elend gar nichts. Und der neue Präsident Felix Tshisekedi bringt wohl auch keinerlei Hoffnung dahin.
Aber ein Traum von Gott kann überall neue, kreative Hoffnung bringen. Egal, ob jemand todkrank in Europa, oder voll Sorge im Kongo lebt, er kann mitten durch alle Finsternis seinen Weg bis zum Ende weitergehen, und unterwegs sogar noch andere mitnehmen.

„Auch ein Baum hat Hoffnung, selbst wenn er abgehauen ist, kann der Stumpf wieder ausschlagen, und neue Schösslinge grünen bald wieder“. Dieser Spruch stammt von Hiob.
Voll hoffnungsvoller Grüße, Peter.

alles, was nirgends sonst reinpasst

Frischer Wind für alte Boote

Ich liebe das Format der „Nordstorys“ des NDR, die nette Menschen, schönes Wetter, den Norden, Wissensgebiete, Landschaften, alte Handwerksberufe und vieles meer vorstellen. Oftmals ist es wie ein Kurzurlaub. Hier habe ich eine besondere Empfehlung für dich: Frischer Wind für alte Boote – Die Welt der Boddensegler von Ahrenshoop bis Zingst

Ich mag halt nicht nur, was dargestellt wird in den Nordstorys, sondern auch wie es gezeigt wird. Kamera, Ton, Recherche etc. leisten hervorragende Arbeit. Und wenn ich eines Tages alle angeschaut habe – fang ich von vorne an.

Lesestoff

darf ich sie nun lieben?

In diversen Ratgebern und Seminaren übers Schreiben von Belletristik habe ich gelernt, dass es fürs Gelingen des Werks unabdingbar ist, dass der Autor seine Hauptpersonen nicht liebt; mehr noch, er muss ihnen alles Schlechte der Welt zufügen. Die Krönung der Geschichte ist, wenn der tragische Held am Schluss erschossen wird (o.ä.).
Ich fand diese „Schreib-Weise“ immer schlimm, aber wenn das Gelingen davon abhängt?
Also habe ich mir beim nächsten Start eines neuen Projekts mehr Mühe gegeben oder im bereits begonnenen Werk Szenen geändert und so weiter. Aber Spaß hat es nicht gemacht.
Das Leben meiner Hauptpersonen besteht längst nicht bloß aus Sonnentagen; sie haben ja ein ziemlich normales Leben, aber es muss doch immerhin ein Leben bleiben. Außerdem hatte ich sie erfunden – wie kann ich einer meiner Erfindungen Pest, Cholera und Haarausfall auf den Hals wünschen?

Jetzt habe ich ein Interview mit Jan Seghers gelesen zu seinem nicht mehr so neuen Roman „Menschenfischer“, dem 6. Fall von Kommissar Marthaler und bin sehr erleichtert. Er mag seinen Marthaler (ich übrigens auch, zumindest den aus den Verfilmungen – Matthias Koeberlin ist einfach toll). Herr Seghers ist ein ziemlich erfolgreicher Schreiberling. Das heißt, es geht. Man darf seine Hauptpersonen lieb haben.
Puh.
Hier geht es zum Interview beim Rowohlt Verlag.

alles, was nirgends sonst reinpasst

heute-show vom 11.10.2019: Sinnlose Hartz-IV-Weiterbildungen

… geahnt hab ich es, aber ich hatte insgeheim gehofft, dass es nicht so ist. Mein Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit* kriegt Provision, wenn er mich in eine Maßnahme steckt, egal ob die mir was bringen wird oder nicht.
Wahrscheinlich kriegt meine SB im Jobcenter Provision, wenn sie mich so ätzend durchleuchtet (doch, echt: bis mir das Fleisch von den Knochen fällt), bis sie irgendwann herausfindet, dass ich „wie alle anderen“ das AAmt bescheiße.

(*= unterscheide: Agentur für Arbeit vermittelt Arbeitsstellen, Jobcenter zahlt Geld aus. Ich wäre für eine Umbenennung: Agentur für keine Jobs und Center für wenig Geld. Oder das Jobcenter in „Agentur für Geld“ umbenennen und die Agentur für Arbeit in „No-Job-Center“)

Nachlesen kannst du das alles auf der Seite der ZDF-Mediathek/Heute-Show und in nachfolgend eingebetteten Links.
Dem System Hartz4 kann man wohl nur mit einem sehr dicken Fell entkommen.
Oder mit Jesus. (Psalm 23: finsteres Tal und so)